Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 23 = N.F Bd. 11 (1885))

Civilistische Kleinigkeiten.

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selbe gerade in der Ulpiauischeu Stelle enthalten. Bevor wir
uns wieder zu dieser wenden, wollen wir nur noch darauf
Hinweisen, daß die hier gegebene Auslegung die sonst zwischen
den beiden Theilen der 1. 36 bleibende Ungleichheit beseitigt,
wonach in dem Falle der ersten Hälfte ein eoneretes Geschäft
zu Stande kommt, in welchem der Eigenthumsübergang That-
bestandsmoment ist — nemlich Zahlung —, wogegen in dem
Falle der zweiten Hälfte nach der bisherigen Auslegung ledig-
lich Eigenthumsübergang eintreten würde.
Daß Ulpian in I. 18 pr. denselben Thatbestand im Sinne
hat, wie Julian in dem zweiten Satze der 1. 36 eit., kann
Wohl keinem Zweifel unterliegen. An die Darstellung des
Thatbeftands schließt sich nicht die eigene Entscheidung Ulpians,
sondern eine Entscheidung Julians, die also von Ulpian ge-
billigt wird: Iulianus scribit donationem non esse. Dann
fährt er fort: sed an mutua sit videndum. So konnte
Ulpian schlechterdings nicht schreiben, wenn Ju-
lian, wie die herrschende Meinung ohne weiteres annimmt,
ausgesprochen hatte, daß ebenso wenig rnutuum
als donatio zu Stande komme. In diesem Falle
würde er sich bezüglich des Einen wie des Andern auf Julian
berufen und nur bezüglich des Eigenthumsübergangs seine ab-
weichende Meinung ausgesprochen Habens. Wohl dagegen
konnte Ulpian so schreiben, wenn Julian ein rnutuum ange-
nommen hatte'. „Julian schreibt, es sei keine Schenkung.
Damit bin ich einverstanden. Ob aber (wie Julian des Wei-
tern annimmt) ein Darlehen zu Stande komme, ist mir doch
fraglich, ünd ich möchte mich lieber dafür entscheiden, daß"
n. s. h). Das sed zeigt an, daß in Bezug auf das jetzt zu
Sagende Ulpian sich in einem Gegensatz zu Julian befindet,
7) Also ettoa so! Iulianus scribit, nec donationem nec mutuum esse.
Sed an nummi fiant accipientis, videndum U. s. tv.

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