Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

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Prof. Dr. I. Köhler,

sein müsse, die Unrichtigkeit der Idee Ug.reaäL'8 darge-
than^"). Denn bei der Immobilisation, welche eine Mobilie
zum Theil einer unbeweglichen Sache macht, kann nicht die In-
tention entscheidend sein, sondern nur die objektive Sachlage:
wenn ein Ausftellungsgebäude auch nur auf wenige Wochen
gebaut wird, so werden die eingebauten Steine doch immobil —
die Theilqualität charakterisirt sich durch die Art der Ver-
bindung, nicht durch die individuelle Intention, in welcher
die Verbindung gemacht wird: sie tritt- auch ein, wenn die
Verbindung ohne Intention gemacht wird, wenn sie lediglich
das Resultat des Zufalles ist. Vgl. Reichsger. 24./4. 1883
Entsch. IX S. 169.
Nun ist es sicher, daß nicht jede physische Verbindnng
die Theilqualität herstellt. Nareaää selbst erwähnt als
Beispiel die Tafel, welche ein Ladenschild darstellt; und ebenso
wenig kann die Theilqualität eintreten, wenn ich die Vorhang-
stangen befestige, die Vorhanghalter eingypse, den Thermometer
in den Fensterrahmen einschraube, die Teppiche an den Fuß-
boden annagle, die Bücherregalien fest anschlage, ein Brett für
die Renaissancegefäße an der Wand festmache u. s. w. Es
tritt kein Theilverhältniß ein, wenn ich eine Statue in die
Nische stelle, sollte sie auch so schwer sein, daß sie durch ihr
eigenes Gewicht feststeht; und wenn ich dieselbe durch Bänder
oder Klammern noch mehr befestige, so kann auch dieses sie
nicht zum Theile des Hauses machen. Ein jeder Miether und
Vermiether einer Wohnung weiß, wieviel geklopft, eingeschraubt,
eingenagelt wird — und dies nicht, als ob die Verbindung
immer eine lockere wäre: die Hängelampe, welche in die Decke
eingeschraubt wird, muß ich sehr gründlich befestigen, um
66) Vgl. gegen Mar ca d 4 Demolombe, Cours de Code Napol. IX
nr. 888 f., Laurent v nr. 477 f., welcher aber den bedeutenden Juristen
wiederum zu herbe behandelt.

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