Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

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Prof. Dr. I. Köhler,

welche über das hypaethrum gespannt werden, zur suppellex,
kr. 12 § 20 de instr. leg.42); ebenso die Statuen und
Bilder, welche nicht dem Hause eingefügt sind, fr. 12 § 23
de instr. leg. Wie man sieht, haben wir in der suppellex
gleichfalls einen objektiven Begriff: es sind gewisse objektivirte
Lebenszwecke — aber diese Lebenszwecke sind von den Ge-
bäudezwecken wesentlich verschieden42). Damit hängt es zu-
sammen, daß in ein und demselben Hause die Einrichtungen
die allerverschiedensten sein können — man denke nur an ein
Haus, welches hinter einander von 5 Miethern bewohnt wird,
von welchen der eine einen Empirejlü, der andere eine
Renaissanceeinrichtung mit sich bringt, während der dritte
Liebhaber des zierlichen Barocks, der vierte ein Orientale und
der fünfte ein Gothiker ist — oder man denke sich den Fall,
daß dieselbe Wohnung zuerst von einem leichtfertigen Hage-
stolzen, dann von einer Bürgerfamilie mit 8 Kindern bezogen
wird — offensichtlich hängt der Hausrath mit den Lebenszu-
ständen und der Art der Lebensentwicklung und Lebensauf-
fassung eines jeden zusammen, er kann durch das Gebäude
beeinflußt werden, bestimmt wird er nicht dadurch 4 4). Wo

4L) Vgl. darüber Marquardt! S. 232. Auch da- Bleidach?
plumbum quod hypaethri tegendi causa ponitur, fr. 242 § 2 de verb.
sign.? Diese- scheint eher zu dem instrumentum zu gehören, denn ein
solche- Bleidach muß dem hypaethrum adjustirt sein; auch ist es zur
Sicherung, nicht zur bloßen Annehmlichkeit.
43) Vgl. auch schon Kreittmayer, Anmerk. üb. d. 6. Maxim, ii.
S. 153 („da man ohnehin gern mit selben zu changiren Pflegt").
44) Ansätze zu einer pertinenzialen Behandlung de- Hau-rathe- sind
allerding- nicht unerhört, namentlich in sehr einfachen Verhältnissen, in
welchen die Individualität de- Einzelnen wenig hervortritt; vgl. da- bereits
von Stobbe, d. Privatrecht I § 65 Note 23 citirte Breckerfelder
Recht (Westphalen) in Gengler, Corpus juris municipalis I p. 313
§ 9: Ok so hebbe wy een gegund der gnade: so weme erfftal anstervet
binnen Brekelvelde, de dar bewont is, de hussraed, de toe der erfftal

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