Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

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Prof, vr I. Köhler,

einer objektiven Beziehung zur Kultur des Grundstückes steht;
zum fundus instruetus gehört aber auch alles dasjenige, was
dem persönlichen Dienste des Eigenthümers gewidmet ist:
es gehört dahin sein Hausrath, es gehören dahin seine
dortigen Weine, seine dortige Bibliothek, seine dortigen Aus-
wärter u. s. w.3T) — nicht aber diejenigen Dinge, welche
bloß zur Aufbewahrung auf dem fundus sind, aber nicht auf
dem fundus genossen werden sollen; so wenn der Eigenthümer
aus einer Dorsvilla seine Weinkeller oder seine Getreideböden
für den Stadtbedarf hat. Man vergleiche in dieser Be-
ziehung die intereffanten Erörterungen in kr. 12 § 27 f. de
instr. leg.38).
M. a. W. Die Beziehung, welche im fundus instruetus
hervortritt, ist eine subjektive, die Beziehung bei dem instru-
mentum fundi eine objektive, in der Art der Kultur des
fundus gelegene: eine Beziehung, welche unabhängig ist von

vgl. auch kr. 27 § 3 eod., fr. 91 § 1 leg. III (sicut a me in diem mortis
meae possessa sunt). Auch der Ausdruck fundus ut optimus maximusque
est hat hier seine Bedeutung, tr. 22 pr. d instr. leg., vgl. auch fr. I8r
§ 9 eod., fr. 92 pr. leg. III, Paulli Sent. III 6 § 45. Doch diese
Clauseln sind für unsere Lehre weniger ergiebig.
37) So Ulpian, fr. 12 § 27 f. de instr. leg. Auch hier waren
andere Juristen zurückhaltender; so Labeo, fr. 5 h. t., welcher den fundus
instructus dem fundus cum instrumento gleichstellt; so Papinian, der
sich von Ulpian mehrmals ein falsum est sagen lassen muß. Pomponius
schließt die Weine aus, fr. iö § l eod. Wir haben eS hier mit einer
stets wachsenden, immer Neues umfassenden Interpretation zu thun. Ul-
pian sagt, daß zu seiner Zeit die auSdehnende Interpretation cottidie in-
crescere et invalescere. Jedenfalls hat hier ein Ausspruch Caracallas
vom Jahr 213 eingewirkt, welcher uns in c. l de verb. sign, erhalten ist:
vinum quod in apothecis fuit, si ideo illic habuit, ut cum in praedium
venisset mater familias, eo uteretur, legato cedere ignorare non debes.
Vgl. auch Paullus Sent. III 6 § 50, 51. 56.
38) Man Vgl. ferner fr. 18 § 11 und 14 de instr. leg., fr. 20
fr. 27 fr., 28 eod.

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