Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

Zur Lehre von den Pertincnzen.

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große Strecken zu umzäunen und in ihnen Wild zu hal-
ten.") Daher gehören natürlich zum instrumentum kuuäi die
venatores, die canes und was sonst zur Jagd dient (kr. 12
§ 12 de 1n8tr. leg.)20) und ähnlich verhält es sich mit dem
Vogelfang, welcher schon damals eine Passion von Südländern
gewesen zu sein scheint (kr. 12 § 13 eod.); ähnlich mit dem
Fischfang (kr. 17 § 1 eod.)*1).
Häufig find mit der Landwirthschaft Gewerbe verbunden:
die dazu gehörigen Geräthschaften sind natürlich auch Theile
des in8trum6ntum kundi. So die Geräthschaften zum Ein-
kochen der Früchte, kr. 12 8 10, kr. 18 § 3 de in8tr. leg.22)
Natürlich darf man auch hier nicht zu weit gehen und dem
instrumentum kunäi. wiederum sein instrumentum instru-
menti beifügen und so in inüniturn; Pedius bemerkt, daß
hier (außer der speziellen Absicht des Erblassers) in Betracht
käme: in qua praesumptione sunt qui in quaque regione
commorantur, fr. 18 § 3 eod.
Bezüglich der Mühlen2 2) hat die römische Jurisprudenz
geschwankt. Neratius bestritt die Eigenschaft als instru-

19) Bgl. meine Abhandlung in diesen Jahrb. xxiv S. 227 f.
20) Bgl. auch fr. 22 pr. eod.; auch Paullus Sent. 111 6 § 41, 45.
21) Bgl. auch fr. 27 pr. eod , Paullus III 6 § 41. Uebrigens ist
natürlich das Instrumentum venatorium oder piscatorium häufig nicht in-
strumentum agri, sondern lediglich instrumentum domini, sofern es nicht
in Beziehung zu einem bestimmten Grundstück gesetzt ist. Ueber das in-
strumentum venatorium in diesem Sinn vgl. auch das bekannte Testament
eines Galliers aus dem 1. Jahrh. v. Ehr.: volo autem omne instrumentum
meum quod ad venandum et aucupandum paravi mecum cremari.
22) Das instrumentum cocinatorium, vgl. fr. 19 § 12 de auro leg.
23) Hierbei hat man natürlich an die wesentlich verschiedene Mühlen-
technik der Alten zu denken. Ueber diese molae manuariae, asinariae fru-
mentariae) und aquariae vgl. Marquardt II S. 405 f., ferner die
Eitate bei Forcellini s. h. v.

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