Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

Zur Lehre von den Pertinenzen.

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kr. 8 pr. de instr. leg. — so schon Sabinus in den libris
ad Vitellium. Man rechnete dazu die Zugthiere und die
peeora stercorandi causa parat», ferner die Gerätschaften des
Ackerbaues, wie Hacken, Pflüge und ähnlichesl4); man rechnete
dazu ferner die Erntegeräthschaften, die torcularia, die corbes,
kalces u. a. ; man rechnete dazu endlich die Aufbewahrungs-
geräthe, die granaria, urcei, capsellae u. s. w., insbesondere
die dolia15).
Gehört das Saatkorn zum instrumentum kundi? Non-
nullis visum est, — quia et instar culturae esset et ita con-
sumitur ut semper reponeretur, fr. 12 pr. de instr. leg.;
vgl. auch Paullus 8ent. III 6 § 35. Auch das für die
Arbeitssclaven bestimmte Speisematerial? Servius bejahte
es und Ulpian stimmt ihm bei"), gegen die Meinung der
plurimi (kr. 12 pr. cit.) — aber die Meinung der plurimi
ist vorzuziehen, denn zwischen diesem Speisevorrath und dem
Ackergrundstück ist kein direkter Nexus, welcher ihn als „Arbeits-
material", als Produktionsmittel erscheinen ließe.
Dieses tritt in einer anderen Beziehung sehr drastisch
hervor. Zu den Hauptarbeitsmitteln des antiken Lebens, zu
den Hauptarbeitsmitteln der antiken Kulturgrundstücke gehören
die Sklaven. Auch in dieser Beziehung enthalten die Digesten
höchst interessante Erörterungen. In dem instrumentum kundi

14) Natürlich auch die plaustra quibus stercus evehatur u. a., kr. 12
§ 10 de instr. leg.
15) Vgl. auch noch bezüglich der thecae, arculae, sportae „vel si qua
alia sunt, quae horrei penuarii vel cellae penuariae instruendae gratia
habentur“ — das fr. 3 § 11 de penu leg. lieber dolia vgl. unten S. 24.
16) Anders Paullus im 13. Buch des Response», kr. IS s 1
de instr. legat. Für die weitergehende Ansicht ist auch ein von PaulluS
referirtes Responsum deS Scaevola, kr. is tz s eod. Allerdings ist
hier die Rede von einem kunduy ita ut optimus maximusque est cum omni
instrumento.

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