Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

Zur Lehre von den Pertinenzen.

9

sie auch des Anhalts der Quellen entbehrt. Wo die Römer
Pertinenzen anerkennen, sprechen sie von ihnen, wie von
Sachtheilen: fundi 8unt, aedium sunt, aedificii sunt, wie
sich solches aus dem folgenden ergeben wird; und wenn sie bei
dem Legate des instrumentum fundi, des fundus instruc-
tus u. s. w. auf die mens testantis eingeheu, so gehört eben
nach ihrer Auffaffung das instrumentum fundi nicht zu den
Pertinenzen. Ein Pertinenzialinstitut, welches lediglich aus
Absichten des Verfügenden gestellt wäre, würde die dringendsten
Interessen schutzlos lassen, wenn es sich um Rechtsänderungen
handelt, welche nicht auf Verfügung beruhen, und das moderne
Hypothekenrecht läßt sich ohne die sachenrechtliche Natur der
Pertinenzialität gar nicht durchführen. ®)
II.
Daß das Römische Recht den Pertinenzbegriff nur unvoll-
ständig entwickelt hat«), läßt sich aus den Umständen erklären5 6 7).
5) Auch Exner, Oesterreich. Hypothekenrecht I S. 280 nimmt an,
daß die Grundsätze der herrschenden Lehre für da- Hypothekenwesen nicht
unmittelbar maßgebend sind. In der That erweist sich die gewöhnliche
Lehre gerade hier als völlig unzureichend.
6) Bezüglich der seitherigen deutschen Literatur ist besonder- hervorzu-
heben Wächter Würtemb. Privatrecht il S. 242 f., 246 f., D e r n b u r g
Pfandrecht I S. 432 f., Preuß. Privatrecht l § 62, Un ger, System de-
Oesterr. Privatrecht- i S. 435 f., Göppert, Organische Erzeugniffe
S. 58 f., S t o b b e, deutsches Privatrecht I § 65. Bezüglich der älteren
Literatur (insbesondere Gesterding und Funke), vgl. die Citate
bei Holzschuher I S. 330. Nicht ohne Jntereffe ist Kreitt-
mayr, Anmerkungen über den Codicem Maximii. II. S. I5i f., welcher
eine Reihe verschollener Schriften allegirt. Auch Hommel, Pertinenz-
und ErbsonderungSregister, kann erwähnt werden. Ueber die französische
und englische Literatur vgl. unten.
7) Unzureichend ist die Erklärung DernburgS, Pfandrecht I
S. 435 f.

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer