Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 2 (1864))

4. Sind Lotterie-Collecteurs als Kaufleute anzusehen und als solche ins Handelsregister einzutragen?

II.

Sind Lotteriecollectenrs als Kanslente anzusehen und als
solche ins Handelsregister einzutragen?
Von Herrn Kreisgerichts-Vicedirector Dietrich zu Gotha.

Bekanntlich wird der Vertrieb der Loose zu den in verschiedenen
Staaten bestehenden Classenlotterieen durch sogenannte Collecteurs
besorgt, welche dies Geschäft oft in einem sehr bedeutenden Umfange
betreiben.
Schon Bender in seiner vortrefflichen Abhandlung über die
Lotterie (Beilageheft zum 15. Bande des Archivs für die civilistische
Praxis) wirft, vom damaligen Standpunkt der Gesetzgebung aus, die
Frage aus, ob dieser Debit von Lotterieloosen als ein Handels-
geschäft anzusehen sei und führt p. 182 der citirten Schrift für diese
Annahme Folgendes an: „Für die Ansicht, das Lotteriegeschäft, insbe-
sondere der Loosedebit, sei ein Handelsgeschäft, könnte man allenfalls
anführen, die Direction erscheine wie ein Fabrikant, der sein Fabricat,
die Loose, im Großen oder Kleinen zu festen Preisen verkaufe und seinen
ständigen Parthieabnehmern, hier den Collecteurs, besondere Provi-
sion bewillige; man könnte ferner Loose darum als Waare betrachten
weil sie als Papier au porteur mit aller Leichtigkeit aus einer Hand
in die andere zu übertragen sind, während sie die Direction ebenso
einlöst, wie der Staat seine fällig gewordenen Schuldpapiere au por-
teur, die längst als Waare angesehen und auch juristisch so beurtheilt
werden; auch würde es Nichts verschlagen, daß diese Waare, als Niete
gezogen, ihre Brauchbarkeit weit früher wie andere verlöre, weil es
für den Begriff von Handelssachen völlig gleichgültig ist, wie lange

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