Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 18 (1870))

6. Handelsrechtliche Entscheidungen

6.1. Königreich Preußen

Handelsrechtliche Entscheidungen.
Königreich Preußen.
Fünfzehnte Zusammenstellung.
Art. 395 flg. 423 flg.
Die Verpflichtung des Transport-Unternehmers zum Werth-
Ersatze der von ihm zum Transport übernommenen, aber
durch Brand untergegangenen Waaren erlischt nicht durch
die gleichzeitig bestehende vertragsmäßige Verpflichtung
einer Transport-Versicherungs-Anftalt, dem Befrachter oder
Destinatär für den aus dem Brandverluste entstandenen
Schaden auszukommen. Vielmehr besteht die Verbind-
lichkeit des Transportunternehmers aus dem Frachtver-
träge fort, wenn auch die Versicherungsgesellschaft ihre
Verbindlichkeit aus dem Versicherungsverträge bereits
erfüllt hat.
Erk. des Handelsgerichts zu Köln vom 15. Juni 1866
und des Öbertribunals zu Berlin vom 16. Juni 1868
(Archiv für d. Civ.- und Crim.-Recht der Rheinprovinz,
Bd. 62, S. 11.)
Lion M. Cohen zu Köln klagte gegen die Rheinische Eisen-
bahn-Gesellschaft auf Ersatz des Werthes von 6 Colli, welche die
letztere zur Beförderung an Kläger übernommen, aber nicht ab-
geliefert hatte, weil dieselben auf dem Central-Güter-Bahnhofe in
Köln verbrannt waren. Die beklagte Gesellschaft wendete ein, daß
Kläger vor Ausbruch des Brandes die 6 Colli bei einer Trans-
Port-Versicherungs-Gesellschaft versichert habe, und daß er oder der
Eigenthümer der Güter durch jene Versicherungs-Gesellschaft bereits
zilm vollen Werthe der Güter entschädigt sei.
Das Handelsgericht in Köln erachtete diesen Einwand für
Archiv für deutsches Handelsrecht. Bd. XVIII. 1

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