Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 11 (1867))

5.10. Excurse zu einigen Theilen des Seerechts : 3. Lieferung

X.
Excurse zu einigen Theilen des Seerechts.
Vom Herrn Appellationsrathe a. D. Ritter Ackerniann zu Dresden.
3. Lieferung.

Tit. 7 des allg. deutschen Handelsgesetzbuches.
Von der Bodmerei.
§ 9.
Den Begriff der Bodmerei bezeichnet der durch seine Schriften
und Reisen (auch Seereisen) rühmlich bekannte Breslauer Professor
Wilda in Weiskes Rechtslexicon, 2. Thl., S. 243 wortgetreu
nach dem preußischen Landrecht, § 2359 als den Contract, bei welchem
der Gläubiger gegen Verpfändung eines Schiffes oder der Ladung
desselben oder beider zusammen die Seegesahr übernimmt. Aehnlich
definirt auch das niederländische Handelsgesetzbuch (Welbock von
Koophandel) von 1826, II, Tit. 4, § 1: „Bodmerei ist eine Ueber-
einkunst zwischen einem Geldgeber und Geldnehmer, wobei eine
Summe Geldes vorgeschossen wird, behufs einer Unternehmung zur
See, unter Verbindung von Schiff oder Gut oder von Beiden, in
dem Verstände, daß, wenn die verbundenen Gegenstände in sicherem
Hafen anlangen, der Geldnehmer die Hauptsumme und die ver-
sprochene Prämie zurückgeben muß, und daß bei einem Seeunglücke
der Geldgeber sein Recht nicht weiter geltend machen kann, wie an
dem, was geborgen ist." — Unser H.-G.-B. nennt in Art. 680 Bod-
merei ein Darlehnsgeschäft, welches von dem Schiffer, als solchem,
unter Zusicherung einer Prämie und unter Verpfändung von Schiff,
Fracht und Ladung, oder von einem oder mehreren dieser Gegen-

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