Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 8 (1866))

6.11. Der Commissionär als Selbstkäufer oder Selbstverkäufer nach Art. 376 des Handelsgesetzbuchs

464 Abhandlungen.
angestellten Untersuchung gefundenen einzelnen Mängel verpflichten
wollte.
Es lauten nämlich die Motive dahin:
der Handelsgebrauch legt bei den von auswärts übersandten
Maaren dem Käufer die Verpflichtung auf, die Maare nach
erfolgter Ablieferung ohne Verzug zu untersuchen, und von
den sich hierbei ergebenden Mängeln, so wie von
den etwa später sich herausstellenden verborgenen Mängeln
dem Verkäufer ungesäumt Anzeige zu machen, widrigenfalls
die Maare als genehmigt zu erachten ist.

XI.
Der Commissionär als Selbstkäufer oder Selbstverkäufer
nach Art. 376 des Handelsgesetzbuchs.
Von demselben.
Wie die Band 5, S. 278 flg. und Band 6, S. 63 flg. dieses
Archivs abgedruckten Erkenntnisse ergeben, ist die Auslegung des Art.
376 des H.-G.-B. zweifelhaft.
In dem zuerst gedachten Falle erhielt der Commissionär vom
Verkäufer den Auftrag, 200 Ctr. Oel nicht unter 151/3 Thlr. für den
Ctr. zu verkaufen. Er setzte den Verkäufer davon in Kenntniß, daß
er diesen Auftrag ausgeführt habe.
Als der Commissionär sein Guthaben aus diesem Geschäfte ein-
klagte, bestritt der verklagte Auftraggeber, daß der Commissionär die
200 Ctr. wirklich an einen Dritten verkauft habe.
Der Commissionär benannte diesen Dritten nicht, trat auch den
Beweis über solchen Verkauf an einen Dritten nicht an.
Das Gericht 1. Instanz nahm deshalb an, die Klage, welche sich
auf den Verkauf der 200 Ctr. stütze, sei nicht begründet. Der 1. Abs.
des Art. 376 könne Hier keine Anwendung finden, weil der Com-
missionär wedervornochindemProcessedie Erklärung abge-

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