Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 8 (1866))

6.4. Zwei Rechtsfälle aus der Lehre von den Handelsgesellschaften

Zwei Rechtsfälle aus der Lehre von den Handelsgesellschaften. 393

digte aber schon vor Antritt des Dienstes am 7. Aug. 1865. Der
Handlnngsdiener hielt diese Kündigung für unzulässig und verlangte
Entschädigung für die Zeit vom 1. Oct. 1865 bis 1. Jan. 1866.
Wäre Voigtels Ansicht richtig, so hätte der Vertrag mit Aus-
schluß jeder Kündigung bis zum 1. Oct. 1866 Geltung gehabt.
Das Appellationsgericht nahm dieß aus den vorstehend erörter-
ten Gründen nicht an.. Es entschied sich also dafür, daß in dem Ver-
trage die Zeitdauer auf 1 Jahr nicht bedungen, das Dienstverhältniß
vielmehr mit dem Ablauf eines jeden Kalendervierteljahres künd-
bar sei.
Doch dürfe die Kündigung nicht schon vor Antritt des Dienstes
erfolgen, weil nach Art. 61 das Dienstverhältniß von jedem Theile
nur mit Ablauf eines jeden Kalendervierteljahres gekündigt werden
dürfe. Art. 61 setze also voraus, daß das Dienstverhältniß wirklich
begonnen und 1j.i Jahr gedauert habe. Erst im Laufe dieses Viertel-
jahres dürfe die sechswöchentliche Kündigung erfolgen.

IV.
Zwei Rechtsfälle ans -er Lehre von den Handels-
gesellschaften.
Von Herrn 0r. Puchelt, Kreisgerichtsdirector zu Baden-Baden.

Erster Fall.
Vor einigen Jahren trat ein gewisser Bergingenieur Henoch
öffentlich als „Quellenfinder" auf und eine weit verbreitete Zeitschrift
(Gartenlaube v. I. 1863, Nr. 28) brachte einen Aufsatz desselben,
worin er die Aufsuchung unterirdischer Quellen mit wissenschaftlichen
Gründen als etwas praktisch Mögliches darzustellen suchte, wozu es
„keiner übernatürlichen Begabung" bedürfe, und worin er behauptete,
in drei Jahren seiner Wirksamkeit nicht weniger als 2800 Quellen-

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