Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 5 (1865))

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Zur Lehre von der Commanditgesellschaft auf Actien

diesem hat der Besitzer der nichtigen Actie zu fordern. Der Betrag
des Schadens besteht in dem, was für die Actie gegeben wurde.
Also wird, wenn die Actie durch mehrere Hände gegangen ist, der
Kaufpreis, welchen der Besitzer gegeben, nicht aber dasjenige, was
der Ausgeber für oder auf die Actie erhalten hat, Gegenstand des
Ersatzes sein.. .
Der erste Erwerber, welcher die Actie weiter begeben, oder
irgend ein sonstiger früherer Besitzer derselben hat aus dem Artikel
keine Klage. . .
Dieser letzte Satz, gegen den sich auch Makowr Anm. 5 seines
Commentars zu diesem Art. 2. Ausl, ausspricht, erscheint nicht richtig.
Gegen denselben spricht schon die Wortfassung insofern, als der
Artikel das Recht auf Schadensersatz nicht „dem Besitzer," sondern
„den Besitzern," also einer Mehrheit zuspricht. Da hier schwerlich
an den seltenen Fall des gemeinschaftlichen Besitzes mehrerer
an einer Actie gedacht ist, so hat das Gesetz wohl den successi den
Besitz mehrerer im Auge. Es sichert somit jedem Erwerber einer
solchen gesetzwidrig ausgegebenen Actie Ersatz seines Schadens zu, ohne
daß etwas darauf ankommt, wer gerade im Besitz der nichtigen Actie ist.
Nach S. 1116 u. 1117 sind denn auch die Worte „den Besitzern"
gerade um deshalb eingeschaltet, weil man damit ausdrücken wollte,
daß der 2te Satz des 3. Absatzes nicht b l o s für das Verhältniß
zwischen dem Ausgeber und dem ersten Empfänger gelte, sondern daß
der Ausgeber auch den späteren Erwerbern für allen aus der
Nichtigkeit der Actien entspringenden Schaden verhaftet sei.
Sonach steht der ganzen Reihe der Besitzer Anspruch auf
Schadensersatz zu. Ist der 1. Erwerber noch im Besitz der Actien,
so geht sein Anspruch auf Rückzahlung der Einlage. Hat er die Actie
veräußert, so geht das dafür Empfangene von dem Betrag der Ein-
lage ab, denn um soviel vermindert sich sein Schaden. Bei dem
letzten Besitzer besieht aber der Schaden in dem gezahlten Erwerbs-
preis.
Zu dem letzten Absatz des Art. 174,
welcher lautet:
Ueber die Errichtung und den Inhalt des Gesellschaftsver-
trages muß eine gerichtliche oder notarielle Urkunde ausge-
nommen werden. . .

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