Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 5 (1865))

11. Zur Lehre von der Commanditgesellschaft, namentlich zu Art. 150. 163 u. 165 des H.-G.-V.

Zur Lehre von der Commanditgesellschaft ic.

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nicht etwa auch die Auseinandersetzung auf Grund der Art. 130
und 131 verlangen?
Obgleich der Schlußsatz des Art. 181 den abgehenden Gesell-
schafter nur von einer ihm während seiner Verbindung mit der Ge-
sellschaft auferlegten Beschränkung befreit, so bleibt ihm nach Lösung
seines Vollpflichtsverhältnisses zur Gesellschaft die Veräußerung doch
auch nur als einziger Weg der Herausziehung seiner Einlagen rc.
übrig, da der Art. 200 ausdrücklich erklärt: „im Uebrigen" (d. h.
soweit nicht die Art. 199 und 200 ein Anderes bestimmen) „gelten
die Art. 123 — 128 auch für die Commandit-Gesellschaften auf
Actien", also nicht auch die fragt. Art. 130 und 131. Hätten diese
ebenfalls anwendbar sein sollen, so mußte man sie hier — wo man
von der Auflösung und dem Ausscheiden in offenbar erschöpfender
Weise handeln wollte — ebensogut erwähnen, wie die übrigen durch
Art. 199 und 200 nicht geänderten Bestimmungen des IV. Abschnittes
über die offene Gesellschaft. Vergl. auch die Art 170 und 172.

VII.
Zur Lehre von der Commanditgesellschaft, namentlich zu
Art. 150. 163 u. 165 des H.-G.-B.
Von Herrn App.-Ger.-Rath v. Kräwel in Naumburg.

Nach Art. 150 des H.-G.-B. ist derjenige Commanditist, der
sich bei einem unter gemeinschaftlicher Firma betriebenen Gewerbe
nur mit Vermöge ns einlagen betheiligt.
Hierzu bemerkt v. Hahn im § 1 seinesCommentars: „Wie der
offene Gesellschafter kann auch der Commanditist seine Einlage da-
durch machen, daß er .. Dienste leistet, oder daß er der Gesellschaft
einen sonstigen Vermögensvortheil verschafft, indem er ihr z. B. die
Benutzung eines Gebäudes oder die Ausbeutung eines Fabrikgeheim-
nisses überläßt. .. Die Natur der Commanditgesellschaft fordert kei-
neswegs, daß der Commanditist eine Geldeinlage mache."

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