Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 16 (1869))

Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 560.

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geblieben — einer Beweisauflage nicht unterzüglich ist, vielmehr nach
dem Berichte, welchen der Capitän seinem Rheder über die Entlassung
ausweise der Anlage F. mit den Worten abstattet:
„den Obersteuermann habe ich vom Bord gejagt, weil ich nicht
mit ihm umgehen kann; es ist soweit gekommen, daß ich ihn
nicht mehr sehen kann,"
nicht angenommen werden kann, daß der Capitän sich einer ihm vom
Widerkläger beigemessenen, einseitig von ihm verschuldeten Unver-
träglichkeit habe anklagen wollen;
da, wenn demnach die Entlassung des ersten Steuermanns als
eine berechtigte zu behandeln ist, es nicht erst der Erörterung bedarf,
daß, wäre sie selbst eine unberechtigte gewesen, der dem Widerkläger
zu ersetzende Schade auf die allererst.In der Appellations-Instanz
geltend gemachten — und schon deshalb nicht 'zu attendirenden —
Ct.F 240 Abstandsgeld zu beschränken gewesen sein würde, indem die
weiter reichenden Schadensansprüche des erforderlichen Causal-
Zusammenhanges mit jener Entlassung entbehren, vielmehr als Er-
gebniß des vom Capitän nicht vorausgesehenen Todes des Capitäns
zu behandeln sind, ohne welchen Todesfall die geltend gemachten
schadenbringenden Ereignisse nicht eingetreten sein würden:
daß das die widerklägerischen Ansprüche, soweit sie noch in lite
sind, abweisende handelsgerichtliche Erkenntniß a quo vom
15. Juni d. I. unter Verwerfung der wider dasselbe erhobenen
Beschwerdeführung und unter Verurtheilung des Widerklägers
Appellantens in die Erstattung der Kosten der Appellations-
Instanz zu confirmiren.
In Sachen Frau Margaretha Westergaard, Witwe, und rc.
Kläger jetzt Widerbeklagte, c. Joh. Paul Wizel, Beklagten jetzt Wider-
klägern.
Zu Art. 360.
Die in diesem Art. dem Verfrachter, auferlegte Ver-
pflichtung, „bei jeder Art von Frachtvertrag das Schiff
in seetüchtigem Zustande zu liefern," kann nur so auf-
gefaßt werden, daß die Seetüchtigkeit des Schiffes zu
der Zeit geführt werden muß, zu welcher die Leistung
dieses Letzteren zu beginnen hat.
Die Kläger hatten das ihnen gehörige Schiff Bolina, Capitän

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