Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 4 (1864))

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Zur Erläuterung der die offene Gesellschaft betreffenden

geschäfte betreibt, nicht selbst Kaufmann ist, so betreibt doch jeder offene
Handelsgesellschafter die Handelsgeschäfte aus eigenem Rechte.
Dabei ist es gleichgültig, ob er die Geschäfte selbst führt oder nicht,
denn immer werden die Handelsgeschäfte doch für ihn betrieben.
Wenn also nach Art. 4 des H.-G.-B. jeder als Kaufmann anzusehen
ist, wer gewerbmäßig Handelsgeschäfte betreibt, so ist auch jeder
offene Handelsgesellschafter als Kaufmann anzusehen. Dieß nimmt
auch Auerbach S. 28 seines neuen Handelsgesetzbuchs an, weil die
persönlich haftenden Mitglieder einer Handelsgesellschaft als die
eigentlichen kaufmännischen Träger und Subjecte der Handlung zu
betrachten sind. Dieß sei auch z. B. in Abs. 3 des Art. 6 ausdrück-
lich hinsichtlich derjenigen Frau bestimmt, welche in Gemeinschaft mit
Anderen ein Handelsgewerbe betreibt. Auch im Art. 30, Abs. 1 seien
die persönlich haftenden Gesellschafter den Kaufleuten gleichgestellt.
Endlich werde S. 888 u. 1259 der Protocolle in Betreff des Kom-
manditisten im Gegensätze zu dem offenen Gesellschafter bemerkt,
daß er wegen seiner beschränkten Betheiligung an der Gesellschaft
ebensowenig zum Kaufmann werde, wie ein Actionär oder stiller
Theilhaber.
Erscheint sonach v. Hahn's Voraussetzung unrichtig, muß man
also jeden persönlich haftenden Gesellschafter, mag er nun selbst die
Geschäfte führen oder nicht, als Kaufmann ansehen, so ist aus dem
Abs. 2 des Art. 290, welcher jedem Kaufmann gestattet, von seinen
Darlehnen, Vorschüssen, Auslagen und anderen Verwendungen, vom
Tage ihrer Leistung oder Beschaffung an, Zinsen in Ansatz zu bringen,
auch eine Bestätigung dafür zu finden, daß dieß Recht jedem offenen
Gesellschafter zusteht, auch wenn er nicht zur Führung der Geschäfte
der Gesellschaft befugt ist.
Zum Absatz 3 des Art. 93
bemerkt Koch in der Anmerk. 13 seiner Ausgabe des H.-G.-B.S. 185:
Dies ist das Princip des allg. L.-R. §228,1. 17, welcher lautet:
Für die zum Besten der Gesellschaft angewendeten Be-
mühungen kann er sich keine ihm nicht versprochene Be-
lohnung anrechnen;
durch dessen Aufnahme ist der Gegensatz des § 229 ebendaselbst:
Für solche Arbeiten aber, die zum gewöhnlichen Be-

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