Full text: Volume (Bd. 4 (1864))

Vorwort.

III

sicherlich noch vermehren werden, durch einen höchsten
Gerichtshof für Handels- und Wechselsachen wirksam zu
begegnen sei?
Es geht diese Frage in der zur Verhandlung auf dem nächsten Ju-
ristentage gestellten auf:
Auf welche Weise dem Bedürfnisse eines gemeinschaftlichen
Organs behufs Erhaltung der Einheit des Handelsrechts
in Deutschland am zweckmäßigsten zu genügen sei?
Denn daß selbst durch die höchsten deutschen Gerichtshöfe (die Ober-
appellations-, Oberhofgerichte, Obertribunale), deren es fast so viele
gibt, als wir selbstständige Staaten besitzen, und von denen wieder
jeder in seinen Ansichten souverain ist, jene Einheit um so weniger
wird herbeigeführt werden können, da sogar die ihnen untergeordneten
Gerichte nach dem Bekannten: Legibus non exemplis judicandum!
an die Ansichten der höchsten Gerichte nicht gebunden sind, das wird
wohl Niemand in Abrede stellen.
Dennoch glaube ich, daß es schwer, ja fast unmöglich ist, ein
Organ zu schaffen, welches über die Einheit des Handelsrechts zu
wachen vermöchte; vielmehr wird die Lösung dieser Aufgabe der
Wissenschaft und eventuell der Gesetzgebung Vorbehalten bleiben
müssen, wie es schon bei der Wechselordnung der Fall war. Gegen
die Thunlichkeit der Einsetzung eines höchsten Gerichtshofes für
Handels- und Wechselsachen, dessen Aussprüche instar legis wärm,
sprechen so viele Gründe und Bedenken, daß man ein ganzes Buch
darüber schreiben könnte; nicht zu gedenken, daß sich die Regierungen
der einzelnen Staaten schon aus politischen Gründen schwerlich mit
dieser Idee befreunden könnten und würden.
Doch ich irre von meinem Ziele ab und bemerke daher nur noch
schließlich, daß ich mich von nun an genöthigt sehe, die Beiträge
genau nach der Zeit, zu welcher sie eingehen, in das Archiv auf-
zunehmen. Der durchschlagende Grund hierfür ist das Recht jedes
der Herren Einsender auf Aufnahme seines Beitrags, sobald er an
die Reihe kommt, und die weitere Erwägung, daß sich eine syste-
matische, bezüglich den Artikeln des H.-G.-B. folgende Zusammen-

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer