Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 25 (1872))

632 Entscheidungen des R.-O.-H.-G. in Handels- u. Wechselsachen.
den Zahlung einen Rückgriff auf Rasche haben werde. Diese Aus-
sicht würde völlig unsicher geworden sein, wenn er Kunde davon
erhalten hätte, daß W. ein Wechselfälscher sei.
Der Kläger wendet ein, wenn der Beklagte durch die Bor-
enthaltung wesentlicher Mittheilungen zu einer unrichtigen Auffas-
sung der zur Zeit der Bürgschastsübernahme stattfindenden Um-
stände veranlaßt worden sein sollte, es sei dies nicht von ihm,
sondern von einem dritten, dem W., ausgegangen, während
doch nur der Dolus des Contrahenten selbst, nicht derjenige eines
dritten, den dolose herbeigesührten Contract unwirksam mache,
dieser Einwand ist unbegründet. W. war kein Dritter in dem
Berhältniß zu dem Beklagten. Der Bürgschafts-Vertrag wurde
zwischen dem Beklagten und dem Kläger geschlossen und die Unter-
handlungen zum Zweck der Herbeiführung desselben sind unbestrit-
tenermaßen mit Wissen und Willen des Klägers von W. geführt
worden. W. war mithin der Vermittler zwischen den Parteien
und der Kläger, welcher aus der Grundlage dieser Vermittelung
die Bürgschafts-Uebernahme des Beklagten acceptirte, muß mithin
diese als die Grundlage des Contracts gelten lassen.
Ob nicht selbst dann, wenn W. im Verhältnisse zum Kläger
als Dritter angesehen werden müßte, wegen bei dem Beklagten
erregten wesentlichen Jrrthums das Geschäft für nichtig zu erklären
sein würde, kann auf sich beruhen bleiben.
Urkundlich rc.
In Sachen I. Nachtwein in Hamburg Klägers o. H. H.
Schomäker daselbst Beklagten. M.
Inwieweit ist bei der Klage aus dem von einem
Stellvertreter abgeschlossenen Rechtsgeschäfte die
Bezugnahme daraus erforderlich, daß derselbe in
dieser Eigenschaft sich dem Mitcontrahenten zu er-
kennen gab.
Sächsisches bürgerl. Gesetzbuch § 790.*)
*) §. 790 cit. besagt:
,,Vertrage, welche ein Stellvertreter für den von ihm Vertretenen auf
eigenen Namen schließt, begründen an sich nur Forderungen für und gegen
seine Person, und es braucht Derjenige, mit welchem der Vertrag geschlossen

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