Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 25 (1872))

Entscheidungen des R.-O.-H.-G. in Handels- u. Wechselfachen. 571
selben gemeldet hat, sondern auch das dann von dem Kläger um
den Verkauf der Maaren „sei es auch mit etwas Schaden"
vgl. [7] der Handelsgerichtsacten,
ersuchte New-Aorker Handlungshaus Sternberg, Löwenthal u. Co.
diesen Auftrag ablehnte und zur Zurückfendung der Maaren
rieth, theils allerdings, weil es in solchen Artikeln keine Geschäfte
machte, sodann aber, weil nach seiner Ansicht schon der Ein-
gangszoll auf diese Maaren mehr betragen würde, als es aus
denselben zu realisiren vermöge
vgl. [8] der Handelsgerichtsacten.
In diesen Thatsachen, sowie darin, daß die hier fraglichen
Maaren von dem beklagtischen Hause in Rew-Dork nicht etwa aus
Versehen, sondern offenbar in der Annahme und mit der Absicht,
dadurch im Interesse des Klägers zu handeln, nach Hamburg
zurückbefördert sind, liegen aber offenbar erhebliche Momente da-
gegen, den Kläger ohne jede weitere thatsächliche Begründung zum
Schätzungseide zuzulassen, zumal sein noch sehr jugendliches Alter
bei Eingehung des hier in Rede stehenden Geschäftes es eben
nicht unwahrscheinlich macht, daß hier von vornherein eine ver-
fehlte Spekulation vorliege und der sich daraus ergebende Schaden
mit der Rücksendung der Maaren nach Hamburg nicht oder doch
nur theilweise in Causalzusammenhange stehe.
II. Die eventuelle Beschwerde des Klägers, daß nicht den
Beklagten der Beweis auserlegt sei, daß dem Kläger durch die
Rücksendung der Maaren nach Hamburg kein Schaden erwachsen,
erledigt sich theils dadurch, daß es sich hier nur um eine nach
richtigen, den Causalnexus zwischen der angeblich beschädigenden
Handlung der Beklagten und dem Schaden selbst nicht außer Acht
lassenden, Grundsätzen auszusteüende Schadensliquidation
handelt, theils dadurch, daß, wie sckwn oben bemerkt worden, dem
Kläger der Beweis seines Schadens auf dieser wichtigen Grund-
lage durch die bloße Rücksendung der, sich noch jetzt in vollständig
gutem Zustande in Hamburg befindenden Maaren keineswegs
unmöglich gemacht ist. Der Art. 363 des H.-G.-B., aus
welchen der Kläger sich noch beruft, kann hier auch nicht einmal
analogisch zur Anwendung kommen, da er lediglich von der Ber-
kaufscommission, bei welcher ein Limitum gesetzt ist handelt, und

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