Volltext: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 25 (1872))

524 Entscheidungen des R.-O.-H.-G. in Handels- u. Wechselsachen.
Beschaffenheit (wie im Laufe des Proceffes K. angab, Halbpersi-
aner, wie Qu. behauptete, Salzselle) für ihn einkaufen zu lassen.
Während der Messe ging bei Qu. eine telegraphische Depesche
seiner Einkäufer ein, laut welcher sie 12,000 Stück dergleichen
Felle erkauft hätten, und vereinbarten hierauf K. und Qu. mit
einander, daß K. hiervon 3,000 Stück abnehmen und dafür dem
Qu. den Einkaufspreis von 13 Rubel pr. Bund von je 10 Stück
zum Cours von 85 erstatten, ihm die Fracht von Nischny-Nowgorod
bis Leipzig, sowie die sonstigen Spesen vergüten und ihm einen
Nutzen von 15 o/o des Einkaufspreises gewähren solle. Durch eine
spätere Depesche wurde Qu. seitens seiner Einkäufer benachrichtigt,
daß sie nur 2,900 Stück Salzfelle hätten übernehmen können, wo-
rauf er und K. die nach dem Vorstehenden zwischen ihnen ge-
troffene Vereinbarung auf die in dieser Depesche erwähnten Felle
präcisirten, im Uebrigen aber bei den vereinbarten Bedingungen
stehen blieben.
Nachdem die Felle in Leipzig eingetroffen waren, verweigerte
Qu. einige Zeit hindurch die Erfüllung, mit der Motivirung, daß
die Felle, wie sich herausgestellt habe, Halbpersianer seien, während
er dem K. Salzfette verkauft habe. K. stellte ihm schließlich mittelst
Briefes vom 27. Septbr. 1869 eine Frist zur Ablieferung bis
zum 29. Septbr. widrigenfalls er Schadensersatz wegen Nichter-
füllung fordern werde, und erhob, als auch jetzt die llebergabe
nicht erfolgte, Klage auf Schadensersatz gegen Qu. zu deren Be-
gründung er, neben der allgemeinen Behauptung, daß Felle der
fraglichen Art zu jener Zeit sehr hoch im Preise gestanden hätten,
namentlich anführte:
a) daß Qu. selbst noch zur Michaelismesse 1869 die Felle
um 20 Thl. — — pro Buud von 10 Stück an die
Firmen Gebr. Goldstein und Jacob S. Goldstein in Pest
verkauft habe;
d) daß er (K.) dieselben mit einem mindestens 15% höheren
Nutzen hätte verwerthen können, da er mit ungarischen,
speciell Pester, Kürschnern in directer Geschäftsverbindung
stehe und von diesen der fragliche Artikel stark begehrt und
mit reichlichem, oft,mit 25% Nutzen an solche verkauft
werde.

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