Full text: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 1 (1803))

( 347 )

„ es dependire überdem die Art und Einrich-
tung des Gegenbeweises von der Art und
„Beschaffenheit des angetretenen Beweises,
„je nachdem dieser durch Zeugen, oder briefV
„licke Mittel, oder Eidesforderung beschaffet
„werden will, denn im letzten Fall bedarf eS
„ keiner Reprobation, sondern nur einer anneh.
„menden Erklärung oder Zurückschiebung oder
„Gewiffensvertretung, deren keines vom Be-
„klagten erwählt werden kann, bevor der
„Kläger innerhalb der gesetzlichen Be-
„weisfristden Eid defer irrt hat.
Diese deutlichen Gesetzstellen sind es, auf die wir
den vorerwähnten Abschlag, der nach Ablauf des
Beweis-Termins geschehenen Eideö.Forderung, be-
gründet haben.
Indessen ist freylich nicht zu leugnen, daß die
vom Beweiötermin allgemein handelnden Landes-
Gesetze, der Eideszuschiebung nicht ausdrücklich ge-
denken, noch derselben namentlich eine Frist bestim-
men; und so dürste die Frage: ob dennoch / danach
gemeinem Recht der Eid an keine Beweisfrist gebun-
den ist, dieser gemeinrechtliche Satz, ohne ausdrück-
liche Disposition jener Gesetze, für aufgehoben zu
halten, allerdings zweifelhaft seyn.
Sol-

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer