Full text: Volume (Bd. 1, H. 1 (1844))

Kritische Anzeigen.

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cherein mehr als dreißig Jahre später aysgeführfeS, Mithin die
ganze Gesetzgebung und die reichen wissenschaftlichen Ergebnisse
dieser Periode umfassendes Werk, vor dem frühem haben muß,
zeigt auch das Treitschkefche Werk von einer bei weitem
größeren Durchdringung des Stoffes, von einer sachgemäße-
ren Bearbeitung, und zweckmäßigern äußern Anordnung der
Materie.
Die Ausführlichkeit, mit welcher Scherer sich häufig in
das civilistische Gebiet verliert, ohne daß der Zusammenhang mit
dem Wechselrechte noch erkennbar bleibt, kann seinem Werke nicht
zum Vorzüge gereichen, weil diese Vermehrung des Stoffes ohne
Gewinn für dessen eigentlichen Zweck bleibt.
ES wohnt aber dem Treitfchkefchen Werke nicht bloß ein
relativer Werth bet, sondem sein Verdienst ist an sich durch dieArt
und Weise, wie die ihm gestellte Aufgabe gelöst worden, begründet,
indem eö jeder an die Leistung des Einzelnen billig zu stellenden
Anforderung in allen Beziehungen entspricht. Mit bewunderungs-
würdigem Fleiße und größter Sorgfalt vereinigt sich eine voll-
kommene Beherrschung des Stoffes; es ist nicht nur ein Reper-
torjum im gewöhnlichen Sinne des Wortes gegeben, sondern
neben her erschöpfenden Darstellung des Stoffes ein Contraver-
fenrecht, verbunden mit einer Kritik der verschiedenen Ansichten,
welche sich durchweg als auf der genauesten Kenntniß des Wech-
ftlverkehrs selbst und auf dem gründlichsten Studium beruhend
docnmentirt. In diesem Theile — dem wissenschaftlichen des
Werkes — bleibt nichts zu wünschen übrig; der Mangel in der
vollkommenen Lösung der Aufgabe liegt in demjenigen Theile,
welcher die Darstellung deS gültigen positiven Wechselrech-
tes bezweckte. Hier ist allerdings nicht diejenige Vollständigkeit
und Genauigkeit erreicht, welche die Vollendung bedingte, und
zwar aus dem bei der kritischen Anzeige der drei Sammlungen
der Wechselgesetze näher ausgeführten Umstande, daß in der That
eine vollkommene Erreichung des Ziels die Kräfte deS Einzel-
nen übersteigt.
Daß in dieser Beziehung dem Werke manches mangelt, möge

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