Full text: Archiv für das preußische Handels- und Wechsel-Recht (Bd. 1, H. 1 (1844))

8. C. Inländische Gesetzgebung

8.1. Das Gesetz vom 31. März 1838 über die Einführung längerer Verjährungsfristen

C. Inländische Gesetzgebung.
I- Das Gesetz vom 31. März 1S3§ ßoegev Einführung
kürzerer Verjährungsfristen.
Nach den Motiven des vorstehenden Gesetzes, welche in dem
Werke des KammergerichtSrathS Or. Löwenberg: Bei-
träge zur Kenntniß der Motive der Preuß. Gesetzgebung Bd. 1.
S. 75 mitgetheilt sind, lag die Veranlassung für dasselbe in den
vielen Klagen, welche die im A. L. R. vorgeschriebene lange
Dauer der Verjährungsfristen herbeiführt hatte. Schon bei der
im Jahre 1825 angeordneten Gesetzrevision war auf Einführung
kürzerer Fristen angetragen und bei der Berathung über die Ver-
ordnung über den Mandats-, summarischen und Bagatell-Prozeß
vom 1. Juni 1833 dies Bedürfniß von Neuem zur Sprache ge-
bracht worden. Der Redaktion des hiernächst am 31. März
1838 erschienenen Gesetzes lag die Ansicht zum Grunde, daß die
Absicht des Institutes der Verjährung: Beförderung der Rechts,
sicherheit und der Gewißheit der EigenthumSrechte, sowie Ver-
hütung weit auSsehender, verwickelter Processe, unerreicht bleibe,
wenn bei allen Rechtsgeschäften ohne Unterschied der Ablauf der
Verjährung an einen Zeitraum von dreißig Jahren geknüpft
werde. Deshalb feien auch schon, sowohl im Römischen Rechte
als im Allgemeinen Landrechte, einzelne Forderungen an kürzere
Fristen gebunden, und ein Gleiches finde im Französischen und
zum Theile im Oestcrreichischen Gesetzbuche statt. Die im Allg.
Landrechte angeordneten kürzern Verjährungsfristen feien jedoch

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