Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

8. Ueber die Qualification der possessio durch die justa causa

UeVer die Qualifieation der possessio durch die
justa causa*
Von Herrn vr. T. Brackenhoeft,
Privatdocenten in Heidelberg. '

Einleitung.
römische Recht stellt bekanntlich, außer der Freiheit
von Gewaltsamkeit, Heimlichkeit, und bittwciser Gestaltung,
noch die bona fides und die justa causa als Momente auf,
von denen Qualifikationen oder Wirkungen des Besitzes ab-
hängen. Daß diese beiden letzteren Momente für den prä-
torischen Schutz dcS Besitzes von keiner Bedeutung sind,
darf alS ausgemacht hingcstellt werden. Jndeß kann aller-
dings der Fall einrrctcn, daß ihr Mangel auch der Grund
eincr Heimlichkeit ist. Derjenige, welcher nicht einmal die
Mcinulig hat, ex justa causa zu besitzen, muß auch der
bona fides ermangeln, und wenn sich zu dieser mala fides
daS Bewußtsein gesellt, daß eine bestimmte dritte Person ein
Recht auf den fraglichen Besitz habe, oder wenn der Um-
stand hinzutritt, daß der Besitz absichtlich, eü sey gegen wen
es wolle , verheimlicht wird, so ist damit auch der Mangel
der Heimlichkeit vorhanden. ') Allein dessenungeachtet bleibt
doch die Heimlichkeit ein von der mala fides durchaus ver-
schiedener Begriff; erstere kann fehlen, wo die letztere vor-
handen ist. Eben so kann die justa causa mangeln und
dennoch die bona fides vorhanden sein, wenn nämlich nur
die Meinung von der ersteren existirt 1 2), und es zeigt sich
also auch hier eine BegriffSverschiedenbeit zwischen beiden.
Eü muß aber auch selbst behauptet werden, daß das Gebiet
der rechtlichen Wirksamkeit einer jeden an und für sich ein
1) l. 6. pr. I. 40. §. 2. v. 6- A. y. A. P. 4t, 2. 1. 3. §. 7. 8.
1. 4. D. cjuod yi aut clam 43. 24. 1, 5, §, 5. D. eod.
2) Denn der Jrrthum in Ansehung der vauaa kann zwar den Er-

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