Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

320 lieber die Klagen bei d.Eigenthume u. üb. den Verlust desselben.
zösische und deutsche Recht eine Ausnahme, wenn diese nicht
gestohlen oder verloren sind.
So steht cö mit dem juristischen Grunde des Ver-
lustes des EigenthumS. Auf die physischen Gründe wollen
wir nicht cingchen, aber zwei Dinge sind hier wichtig, näm-
lich ex mutatione animi dcS Herrn, und ex mutatione der
Substanz der Sache.
I- Die Dereliktion d. i. der Gedanke des Eigen-
thünierS sein Recht aufzugcben, genügt; er kann den Besitz
haben, aber nicht dag Recht; er kann aber, solange er den
Besitz hat, jeden Augenblick seine Gesinnung ändern, und
wieder Eigenrhümer werden. Dieses Vcrhällniß paßt sowohl
zu beweglichen als zu unbeweglichen Sachen. Zu bemerken
ist, daß die Handlung als eine einseitige erscheint, weder
eine Annahme eines Andern, noch sonst etwas erfodcrt. Die
Sache wird vielmehr ros nuliiu8 und gehört dem Staate.
In der Dcreliction liegt also gewiß keine Schenkung-
ES wäre aber möglich, daß das Derclinquirte nicht dem
Staate zufiele, sondern sich mit dem Eigenthume eines An-
dern consolidirte, dafür haben wir drei Fälle:
a) bei der mitoyennete nach Art. 656. wo jeder Mit-
eigcnkhümer einer gemeinschaftlichen Mauer, welche kein ibm
zugehöriges Gebäude stützt, sich von dem Beitrag zum Un-
terhalte und zur Wieder-Erbauung durch Verrichtung seines
RechtS an der Gemeinschaft loSmachen kann. Natürlich
aber entstehen dadurch nur privatrechtliche Verhältniße, kei-
neswegs aber kann sich der eine Theil, oder können sich beide
Theile von den polizeilichen Folgen deS daraus entstehenden
Verhältnisses losmachen.
b) die Verzichtleistung deö Nutznießers oder ServitUt-
bercchiigten. °)
c) die Dcreliction eines Pfandrechts zu Gunsten des
Schuldners. 8 9)
Diese drei Verhältnisse sind in keiner Beziehung pure
Erlaßverträge, denn entweder entgeht der ^lerclinquent da-

8) Art. 622.
9) Der Art. 2172. macht den dritten Besitzer durch die Dere-
liktion der Pfandsache von der Bezahlung der Schuld frei-

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