Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

13. Noch ein paar Bemerkungen über das römische Recht

Noch ein paar Bemerkungen über das rö-
mische Recht.
Von Roß Hirt.

I.
Ucbet die Erb-Einseyung einer Stiftung.
^roß ist der Streit, ob eine Stiftung, bevor sie eine
juristische Person, ja bevor sie eine certa persona scy, ein-
gesetzt werden könne. Eine juristische Person ist eine Stif-
tung nur dann nicht/ wenn man gar nicht weiß, zu wes-
sen Zwecke die Stiftung dienen soll; z. B. cö soll an ir-
gend einem Orte ein Blindeninstiiuk errichtet werden: aber
heißt eS: eS soll in Heidelberg ein Blindeninstitut errichtet
werden, so ist eS ebenso, wie wenn cs heißt, eS sollen
10,000 fl. an die Heidelberger OrtSarme» vertheilt werden.
Ebendeshalb war das Städcl'sche Institut in Frankfurt
eine pia causa für Frankfurt und eine juristische Station
in Frankfurt. ES ist ja ebenso gewiß, daß ich den heiligen
Kilian nicht einsetzen kann, wohl aber den heiligen Kilian
in Würzbnrg, weil im letztern Falle die Dom - und Pfarr-
kirche in Würzbnrg eingesetzt ist.
Freilich hat man auch damit Serupel erhoben, daß eine
noch nicht gemachte Stiftung wie ein postumus extraneus
zu behandeln sey: also eine inceria persona sey — aber
ist die Stadt bezeichnet, deren Vermögen durch die Stiftung
erweitert werden soll, so ist ja doch gewiß die Stadt keine
postuma lind der ganze Eittwurf fällt zusammen. Die Lehre
von den incertis personis ist ohnehin, soweit nicht eine voll-
kommene Unverlässigkeit der Individualität des Eingesetzte»

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