Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

bei dem Jntestat-Erbrechte.

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a) das Recht zur Erbschaft nach der Delation,
b) die Vertheilung selbst nach der Zeit der Vertheilung.
§- b.
Die Germanisten, z- B. Posse in einem eigenen Buche
darüber haben einen Unterschied zwischen Erbschaftsrecht
und Erbschaftsordnung geschaffen *), und angenommen, daß,
nach dem deutschen Parentelensysteme Jeder, der zur Pa-
ccntel gehöre, gerufen sey, und also auch daS edictum
successorium habe, daß aber derjenige vorgehe, welcher
dem Grade nach dem Verstorbenen am nächsten stehe. Da-
her unterscheide man die Erbberechtigten und die der Erb-
folge nach zunächst Berechtigten.
Gerade so kann man in unserm Falle entscheiden die
in der zweiten Ordnung überhaupt Berechtigten, und in
concreto die Vertheilung unter denjenigen, die jetzt wirk-
lich das Recht zur Sueeesston haben.
So wenig aber im germanischen Falle aus dem Rechte
selbst die Ordnung, so wird in unserem Falle aus dem Stand,
punkte des Rechts in der zweiten Klasse auch die Ordnung
der Vertheilung abgeleitet, weil diese bei den verschiedenen
Richtungen, die hier verkommen, erst der endliche Erfolg,
wie oben bei den Söhnen einer schwängern Mutter daS
Resultat gibt.
Wäre unsre Ansicht nicht die richtige, so könnte eS
kommen, daß einmal die Geschwisterkinder in stirpes das
andremal in capita sueeedirten, daß die Groß. Eltern ein-
mal in Kopfe, daS andermal in lineas und zwar in bei-
den Fällen dieselben Personen ohne Coneurrenz ande.
rer Personen einträten, waS doch gewiß gegen den Geist
der Anordnung wäre, sollte auch unsre Darstellung nicht so
prineipmäßig begründet seyn, wie die Verfechter der Prin-
zipien wollen und wünschen.

i) Rostock und Leipzig 1796,

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