Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 2 (1837))

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ein Gegenstand der Uebertragung?

lichte, eine neue Lösung der Schwierigkeit zu wünschen
übrig lassen.
Man sieht, es ist viel auf die thätige Einwirkung de§
PrätorS gerechnet, welcher die Partheien von einem ihre
Absichten nicht erfüllenden, wo nicht gar ihre Interessen
verletzenden Geschäfte zurückgehalten haben würde. Wie
schwer ein solches Rathgeben und Abmahnen mit der unS
wohlbekannten Stellung des römischen Prätors zu vereinigen
sey, ist schon von einem anderen Beurtheiler nicht unbemerkt
gelassen (Puchta in: Schunk's Jahrb. Bd. 4. S. 147).
Beschränkte sich aber die Verhandlung vor dem Prätor statt
einer förmlichen Causae Cognitio, wie eher möglich wäre,
auf die bloße Angabe der Eigenschaften, in welchen die
Partheien vor ihm erschienen, so weist Pugge ja selbst,
und man darf sagen befriedigend, einen möglichen Zweck
nach, welchen der Prätor bei der in Jure Cessio, auch wo
die Partheien ihn nicht hatten, als vorhanden voraussetzen
konnte, so daß für ihn also keine Veranlassung bestand, die-
selben über das Zwecklose ihres Vorhabens zu verständigen.
Und wie soll diese Verständigung gedacht werden, so lange
die Juristen noch darüber, ob die Cession irgend eine oder
gar keine Wirkung habe, stritten? Hätte sie nicht immer
auf Unterlassung der Cession an den Extraneus gerichtet
werden müssen? Dann aber läßt auch die Art, wie GajuS
sich über die Frage erklärt, vorzüglich, wenn wir andere
Sätze desselben, die in Jure Cessio betreffend, vergleichen,
mit der hier aufgestellten Entwickelung des Streitpunktes
sich kaum vereinigen. Rach dieser nämlich ist die Annahme
des Pomponius absichtlich, und enthält eine Abweichung von
dem, was man bis dahin als das eigentlich richtige ansah,
nur um einen Nebenzweck zu erreichen. Allein halten wir
unS an den Zusammenhang der ganzen Lehre der in Jure
Cessio, so ist in Gajus Ansicht eher ein Fortschritt zu erken-
nen, und er selbst unterläßt es nicht, gerade diesen bemerk-
lich zu machen, und als Entfernung von der strengen aber
unpraktischen Consequenz zu bezeichnen. Unstreitig ist bei
Prüfung zusammengesetzter Rechtshandlungen daö Einfachste,
die Gültigkeit eines jeden Theiles derselben für sich zu
beurtheilen, und nur dasjenige als nichtig zu behandeln,
Roßhirt, Zeitschrift. Bd. II. Heft 1- §

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