Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 2 (1837))

64 Sind Rechte nach den Begriffen der Römer
Jure zu erscheinen. Dem Filiuöfamilias stand dessen Eigcn-
thumslostgkeit entgegen/ wegen deren er die zur in Jure
Cessio erforderliche Vindicationshandlung nicht vornehmen
durfte. Hier gewährte nun daö Mittel der in Jure Cessio
an einen Dritten indirecte Auskunft/ wenn wenigstens das
Ablehnen der Contravindication als Act der Entsagung für
gültig anerkannt wurde , und diese Rückstcht bestimmte Pom-
poniuS und die ihm gleichgesinnten Juristen zu einer schein-
bar spitzfindigen Zergliederung / welche in manchen Fällen in
Härte auöarten mußte/ während diejenigen Juristen/ zu
welchen sich GajuS bekennt/ und vielleicht die meisten diesen
Vortheil nicht für wesentltch genug hielten/ einer Meinung
zu folge«/ welche/ obschon nicht beispiellos, dennoch den
Fehler hatte/ willkührlich Zusammengehöriges zu trennen/
und welche bei dem Ususfructus, unter allen hierher gehöri-
gen Fällen, am wenigsten dringend durch das Bedürfniß
empfohlen wurde. Als in der Folge die ursprüngliche Form
der in Jure Cessio verschwand, und auch die Grundsätze über
Erwerb durch Mittelspersonen praktisch ermäßigt wurden,
war der Sieg der letzteren Parthev natürlich, und zur Zeit
der Justinianischen Compilation stand die von GajuS gelehrte
Ansicht bereits so fest, daß die Redaetoren der Institutionen
sich kürzer alö jener fassen konnten, und der Bemerkung,
daß der Usufructuar sein Recht behalte, nicht einmal be-
durften. Daher beschränken sie sich darauf, die Cession für
erfolglos zu erklären. Diesemnach stehen die Institutionen
und PomponiuS sich zwar entgegen, allein die erstercn ent-
halten das neueste Recht, und müssen da, wo die römischen
Quellen noch gültig sind, die Entscheidung darbieten.
§. 2. Wäre dieser Entwickelung nur JustinianS ausdrück-
liche Verwahrung entgegenzusetzen, daß sich in den Digeften
nichts finde, was nicht zugleich seine eigene Willensmeinung
sey (c. 3. tz. 10. de vet. jure emicl.), so könnte darüber
allenfalls daS Zufällige der Bemerkung des PomponiuS,
welche einer anderen Erörterung nur zur Unterlage dienen
sollte, beruhigen. Allein es ergeben sich bedeutendere Zwei-
fel, welche deö Gewinnes ungeachtet, »den jene Darstellung
der Wissenschaft dadurch gebracht hat, daß sie den Rechtssatz
in einer früher unbeachtet gebliebenen Beziehung veranschau-

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