Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 2 (1837))

19. Ueber die stillschweigende Bestellung der Servituten durch Destination

Ueber die stillschweigende Bestellung der Servi-
tuten durch Destination.
Von Roßhirt.

Es ist eine bekannte Sache, daß -er Eigenthümer durch die
Destination, welche er seiner Sache gibt, juristische Quali-,
täten derselben nicht begründen kann, sondern daß es dabei'
noch auf andere Umstände ankömmt. Namentlich muß bei
den Pertinenzen die Verbindung der einen Sache mit
der andern vorgegangen, und diese entweder phyfisch gesche-
hen seyn, oder durch die Sitte des Lebens anerkannt wer-
den, oder im äußersten Falle muß die Sitte des Lebens
im Zweifel darauf verweisen, wie es genug sey, daß der
bisherige Herr eine Verbindung der Sachen im Gebrauche
in der Art, daß die eine Sache eine res accessoria sey,
unzweifelhaft angenommen habe. Also selbst bei den Perri-
nenzen ist es nicht die blose Destination, welche die juristi-
sche Eigenschaft begründet: noch weniger aber kan»
aufdtese Weise eine Servitut entstehen.
Darüber sind auch alle einig, welche den Satz: nemini
1*68 sua servit, gehörig verstehen, und nie war man ge-
meint, daß bei dem gemeinsamen Herrn zweier Grundstücke
durch die Destination an dem einen Grundstücke eine Servi-
tut zu Gunsten des andern bestehen könne. Aber eine andre
Frage war die, ob nicht mit der Veräußerung des einen
Grundstücks aus der natürlichen Einrichtung desselben gleich-
sam ipso jure eine Servitut entstehe. Die Lehre von der
Deduktion kommt hier nur insoweit in Betracht, als man
steht, daß auch hier ein aetus zur Begründung der Servi-
tut Vorgehen muß, und wenn man darüber einig ist, daß,
da die deductio im Augenblicke der traditio -er einen S-che

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