Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

Beitrag zur Geschichte -es germanischen Rechts. 311
werden: die Werke unserer größten Meister sin- des Verfas-
sers Muster: er scheute kein Opfer um den würdigen Ge-
genstand, so viel in seinen Kräften steht, würdig zu bear-
beiten. Alle flandrischen Bibliotheken und Archive wurden
besucht und benutzt , Verbindungen in allen Städten ange-
knüpft mit den Männern, welche deren Geschichte als Lieb-
haber betreiben, die ältesten Kenner des früheren Zustandes
des Landes ausgesucht und befragt: leider starben mehrere
derselben unmittelbar nachdem der Verfasser mit ihnen be-
kannt geworden war, wie z. B. der gelehrte Ru ep säet in
Oudenarde: die wichtigsten Gegenden und Orte Flanderns
wurden bereist, in wie fern dies die kriegerischen Zeiten er-
laubten. Auf eine solche Weise vorbereitet bearbeitet dann
der Verfasser seit etwa 18. Monaten die früheste Periode der
flandrischen Staats - und Rechtsgeschichte, nämlich die seit
der Mitte des 9. bis zum Schlüsse des 13. Jahrhunderts.
Seines Werkes Plan ist folgender: Nach einer ausführli-
chen Einleitung über die Quellen und Literatur der Ge-
schichte Flanderns, worin der Zustand und Reichthum der
städtischen und Landesarchive 0 beschrieben, die älteren un-
neueren sowohl gedruckten als ungedruckten GeschichtSwerke
critisch analysirt werden — gibt der Verfasser zuerst eine
Uebersicht der politischen Geschichte Flanderns, in welcher
der Gesichtspunkt der Entwickelung des rechtlichen Zustandes
und der geselligen Verhältnisse vorherrscht: schon in diesem
Theile des Buches werden bisher ganz unbenutzte Quellen
zu Rathe gezogen und eine Menge für die deutsche Geschichte
wichtige Begebenheiten herausgehoben, die bei uns fast gänz-
lich unbekannt sind. Es wäre freilich ungemein Vieles zu
berichtigen gewesen in den Werken von Luden, Raumer,
(Hohenstaufen) Sartorius, über die Hanse, und ganz
besonders in Leo's Niederländischen Geschichten, wo-
rin der geistreiche und glückliche Schriftsteller so viele Jrr-
thümer über Flandern begingt), weil er die Localitäten nicht,
und nur sehr wenige Schriftsteller über die flandrische Ge-
schichte kannte. Allein sie konnten nur angedeutet werden:
1) Zn diesen finden sich mehrere ehemalige Klosterarchive, na-
mentlich die der ältesten flandrischen Benedictinerabteicn.
2) S. 107. z. B. setzt er die Thore der Stadt Brügge nach Gent.

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