Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

fcte Spccialität der Pfandrechte in den neuen Gesetzgebungen. 15
Disposition über die einzelnen Objekte seines Vermögens
nicht genirt werden soll;
Z) daß oft durch den besonder» Ausdruck im Gegensätze
des Ganzen zu dem Bcsondcrn der Umfang des crfteren zu
erkennen ist, und daß daher bei den Römern gar oft neben
der Verpfändung einer speciellen Sache nur die ausdrücklich
subsidiäre Verpfändung der andern zur Zeit jener Verpfän-
dung vorhandenen Vermögensftücke jedoch in specieller Rück-
sicht auf dieselben gemeint war. Dabei sieht man, daß die
Magistrate im Allgemeinen billige Rücksichten sollten eintreten
lassen, (i- 2. Cod. 8, 14); ferner erledigt sich hienach der
zweite Theil der schwierigen l. 2. v. 20, 4, welcher ausdrückt,
daß, wenn Jemand aus dem Vermögen des Schuldners
eine oder mehrere Sachen zur Tilgung der Schuld oder
überhaupt als Pfand angewiesen erhalten hat mit der Be-
stimmung, daß ihm das übrige hafte, sofcrne jene Sachen
nicht zureichten — von dem übrigen Vermögen aber einem
andern ein Pfandobjekt ausgesetzt worden sey, dieser zweite
Pfandgläubiger nicht sowohl als vorgehendcr ereditor, son-
dern als einziger ereditor an seiner Pfandsache zu betrachten
sey, wenn jene Bestimmung nicht zur Anwendung komme.
Auf diese Weise ist es auch durchaus nicht schwierig,
sämmtliche Stellen über das Vermögenspfand, welche in
den Pandeeten und im Codex stehen, in den Einklang zu
bringen, und wir haben nicht mehr mit solchen unbestimmten
Aeußerungen uns zu begnügen, die ln dem so verdienten
Lehrbuche Mühlenbruchs noch Vorkommen in den Worten des
§. 414. Rote 10. sub 6: Etiam universorum bonorum pignori
semper fere inesse singularum rerum pignus.
ES könnte noch gefragt werden, ob die eben angeführten
Resultate des römischen Rechts auch auf unsere gemeinrecht-
liche Praxis zu beziehen seyen, worauf wir antworten, daß
daran um so weniger zu zweifeln ist, als diese Resultate
aus dem Willen der Partheien genommen sind, und daher
auf alle Zeiten nothwendig passen müssen. Jedoch kann man
zugeben, daß in unserer Praxis die römische Vorsicht, beim

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