Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

126 lieber die obligatio naturalis, mit besonderer Rücksicht aus
-Ilex. 1-elievre stt seiner dissertatio — quid est obligatio na-
turalis ex sententia Romanorum — Übereilt/ über dahin kön-
ne» wir cs nicht kommen lassen/ als hätte das Wort naturalis
in Beziehnng auf die obligatio keine Bestimmtheit/ so wenig
in der Zusammenstellung der Fälle/ für welche es als tech-
nischer Ausdruck hervortreten soll, als in der Normirung der
rechtlichen Folgen/ welche für die einzelnen Fälle eintreten.
Unsere Behauptung soll durch die eben folgende Classification
der obligationes naturales und deren Beziehung auf alle ein-
zelnen Fälle praktisch erörtert werden.
§. 4,
Wir unterscheiden zwei Hauptrichtungen, für welche der
Ausdruck obligatio naturalis vorkömml / nämlich :
I. für solche Fälle/ welche das jus eiviie nicht berück-
sichtigt/ weil ste stch auf Subjecte und Verhältnisse beziehen/
bei welchen an eine Rechtsverfolgung überhaupt nicht zu den-
ken war;
H. für solche Fälle, welche stch auf Personen und Ver-
hältnisse beziehen/ wo das Civilrecht eine Rechtsverfolgung
als Regel zuläßt, aber doch bestimmte Voraussetzungen macht,
oder gewisse Fälle wieder ausnimmr / wo dann, wenn jene
Voraussetzungen nicht da sind/ oder die Ausnahmen eintreten/
die obligatio naturalis ist.
§. 5.
In der ersten Hinsicht gehört hierher
1) das Verhältniß der servi: — die servi sind Subjecte/
gegen welche unmittelbar nicht nur eine Rechtsverfolgung
nicht stattfinden kan«/ sondern die auch als Rechtösubjecte
überhaupt nicht betrachtet wurden; eigentlich hätte man da-
her sagen sollen/ daß ste sich gar nicht obligiren können;
allein die römischen Juristen sprachen doch von einer obli-
gatio naturalis freilich mit dem Beisatze: sed cum eo verbo
abutimur, factum magis demonstramus, quam ad jus eiviie
referimus obligationem.5) Dabei ist NUP Nicht ZU ÜbekftheN/

5) L. 41. v. 15. 3.

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