Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

9. Ueber die obligatio naturalis, mit besonderer Rücksicht auf die Wirksamkeit des Pfandrechts bei einer solchen obligatio

Ueber die obligatio naturalis, mit besonderer Rück-
sicht auf die Wirksamkeit des Pfandrechts bei
einer solchen obligatio.

i i.
Äie Vorstellungen der Römer.-über juristische Pflichten waren
etwa folgende:
Sie suchten einerseits den allgemeinen Begriff von juristi-
scher Pflicht nicht in einer abstrakten Anficht von Recht und
Staat und von den Pflichten der Einzelnen in einer bürger-
lichen Gesellschaft, auch nicht in Gegensätzen nach dem Ver-
hältnisse des Menschen und Bürgers; noch weniger gedachten
sie andrerseits durch die Detail-Zusammenstellung der moralischen
«nd juristischen Pflichten ein stcheres Fundament für die Be-
stimmung der letzter» zu finden, sondern fie gingen von einem
höchst einfachen und natürlichen Gedanken, der der Grund-
gedanke ihrer ganzen RechtSphilosoph-ie ist, aus. Ohne fich
nämlich, wie Welcker meint, in die Verwirklichung der Idee
des Sittlich-Guten zu verlieren, die den Lehrern und Philo-
sophen eines Volkes angehört, im Volke selbst aber nur als
Gefühl schlummert, wendeten fie fich an den natürlichen Ver-
stand Aller, und erkannten dasjenige für eine juristische Pflicht,
was alle Menschen als Schuldigkeit einander gegenüber an-
nehmen. Ueberhaupt war ja ihr Naturrecht auf die objektive
Erscheinung des Rechts im Volke gebaut, und fie sprachen
von der naturalis ratio als Schöpferin desselben nur insoferne,
als man zu jeder Zeit dasjenige, was als eine allgemeine An-
sicht der Menschen und Völker sich darstellt , als durch die
Roß Hirt, Zeitschrift. Vd. l. Heft 2. 9

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