Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 6 (1848))

18. Ueber das Pfandrecht nach römischer und germanischer Form

Heber das Pfandrecht nach römischer und
germanischer Form
und
ist der Unterschied beider schon dadurch ausgedrückt,
daß man auf die Publicität und Specialität
in der germanischen Richtung hinwcist?
Von C. F. Roßhirt.
S- 1.
ist eine bekannte Sache, daß das römische Recht, wel-
ches zwischen unbeweglichen und beweglichen Sachen nicht un-
terschied, dem Hypothekar das Recht gab, von jedem Besitzer
der Sache diese zur Sicherheit seines Hypothekrechts abzufo-
dern, namentlich ohne Unterschied der beweglichen und unbe-
weglichen Sachen. Der Hypothekar hatte hiernach eine petitio.
Im germanischen Rechte, wo man an bewegliche Sachen
gar nicht dachte, die man nur durch Besitz und Wehr zu hand-
haben suchte — strebte man lediglich die Liegenschaften in
ein festes Rechtssystem zu bringen, indem man diesen gleich-
sam eine Rechtssubjeetivität zuschrieb, sie als Träger
der Rechte und Pflichten dachte, also mit dem Besitze der Gü-
ter auch das Haften der darauf liegenden Schulden annahm.
Man findet dieses sowohl bei den Lehen- als Allodialschulden.
Das Hypothekenrecht ist daher in der germanischen Welt nichts
anderes, als das Jngrossiren der Schulden auf eine Liegenschaft.
§. 2.
Von dem Zwecke der Jnscription und Jngrossation
in Frankreich und Deutschland
Die investitura feudalis et allodialis des deutschen Rechts
will keineswegs über den Erwerb des Eigenthums entscheiden,
sondern über die Legitimation des Besitzers der Sache. Die
deutschen Schriftsteller der neuesten Zeit in Deutschland haben
die Sache ganz mißverstanden: die Franzosen aber haben ihr
den rechten Klang gegeben.

t) Soferne man von einem Sicherheitsrechte an einer beweglichen
Sache sprach, war es ein Gewehrrecht (vadium) (faktische Gewehr).

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