Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

4. Ueber theilbare und untheilbare, getheilte und ungetheilte Rechte

lieber Heilbare im- untheilbare, getheilte mid
irngetheilte Rechte. ,
Von L. A. WarnkSnig.

tz. 1.
ie Lehre von der Theilbarkeir und Untheilbarkeit der
Sachen galt einst als eine der schwierigsten im Römischen
Rechte. Da Moulin, Hotman und Scipio Gentilis
haben bekanntlich im sechszehnten Jahrhundert all' ihren
Scharfsinn aufgeboten uin die mannichfachen Entscheidungen
der alten Juristen über hier einschlagende Rechtsfragen aus
einfachen Grundsätzen zu erklären.
Du Moulin’s Traetat gilt noch jetzt als etwas Räthsel-
hafteS bei den Franzosen. Pot hi er hat in feinem traite des
obligations die Eintheilung der Forderungsrechte in theilbare
und untheilbare durch wenige Sätze zu vereinfachen gesucht.
Sie wurde dennoch den Redaetoren deS code civil nicht ganz
klar, und noch streiten sich die berühmtesten Commentatore»
der Artikel über deren wahren Sinn und Anwendung.
In den deutschen Lehrbüchern deS Römischen Rechts
herrscht die althergebrachte Tradition, die Sachen (entweder
die Sachen überhaupt oder die körperlichen) seyen entweder
physisch oder juristisch thcilbar oder umhcilbar. So
leicht jeder in die Geheimlehrc des klassischen Rechts Ein-
geweihte die hierhergehörigen Bestimmungen begreift, fo
schwer wird eS dem Laycn auch nur die Terminologie zu ver-
steheu, und der aeademifche Lehrer hat große Mühe, dem An-
fänger begreiflich zu machen, wie mau zu Benennungen
5*

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