Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

Allk bonorum possessio.

6t

eine Erfindung IustinianS, und dieser Kaiser lüge in die
Seele des Ulpians und Gajus hinein. Wir glauben dieses
nicht, und halten namentlich dic I. I. 2. D. h. t. 5, 5.
nicht für iuterpolirt, sondern wir find des Dafürhaltens,
daß so gewiß dem b. por., um einzelne Erbschaftsansprüche,
d. h. Foderungen aus der Erbschaft geltend zu machen,
actiones utiles gegeben wurden, man durch die Prapts
die hereditatis petitio selbst als utilis dem b. por. hat zu-
kommen lassen. Wenn man freilich davon ausgeht, seit
Diokletian und -Maximian sey eo ipso gar kein Unterschied
mehr gewesen zwischen actiones und interdiela, so muß man
darauf kommen, daß dre petitio hereditatis possessoria
überflüssig war: allein selbst dies angenommen, so ist ja
wohl zu behaupten, daß die hereditatis petitio fietitia
deS b. por. schon früher exiftirte, und da so gur einen
Zweck hatte, wie bei andern Coneurrenzen einer aetio und
eines Interdicis. Das interdietum quorum bonorum war
offenbar -eine aetio in personam, so daß derjenige, welcher
eine Erbschaftsforderung einklagen wollte, die Einrede fich
noch mußte gefallen lassen, die b. p. sey sine re 25). wer
aber die hereditatis petitio possessoria durchgesetzt Hatte,
der Hatte eine gemachte Bahn, und kann vorschreiten, wie
derjenige, welcher mit der hereditär.s petitio civilis gefiegt
Hatte. Wenn dem b. por. neben dem Interdikt actiones
utiles in debitores hereditarios bewilligt find, so kommt

25) 1. 2, D. 43. 2 oder mit andern Worten die fictio heredis
finde Hier nicht statt. Der Schuldner mußte ja riskiren, daß,
wenn eine b. p. ex post sine re befunden worden, er doppelt
zu zahlen habe. Das interdictum geltend gemacht auf
einer b. p. secundum tabulas schloß gewiß nicht die here-
ditatis petitio suorum aus, und überhaupt ist des Verfas-
sers Tbrse noch nicht erwiesen, daß im Interdicte dasselbe
erlangt worden sey, was dit petitori« actio gab. Diese ist
ein wahrhaftes praejudicium für die Eigenschaft eines
Erben, und zwar in rem, wahrend, wenn man auch das in-
terdictum als ein praejudicium gelten lassen wollte, es nur
in personam wäre, d. h. gegen denjenigen, gegen welchen in
contradictorio das Interdikt durchgeseht ist; aber gerade
deshalb ist es kein praejudicium., weil das EkbschaftSprac-
judicium feiner Natur nach in re», ist.

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