Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

3. Zur bonorum possessio

Zur bonorum possessio.
Von Rvsthirt.

©ic neue Darstellung von Fabricius über b. p. ist, wie
so Vieles, waS jetzt geschrieben wird, eine höchst geistreich
construirte d. i. zusammengedachte Geschichte. Sie ruht auf
folgenden Gedanken:
1) die d. p. scy entstanden, wenn das Erbrecht auf
eontradiekorischcm Wege zur Sprache gekommen und die Re-
gulirung dcö interimistischen Genusses der Hinterlassenschaft
nölhtg geworden sey (litis ordinandae gratia). Also sey
die b. p. ein Institut der jurisdictio contentiosa.
S) Daher feyen die b. p. secundum tabulas und die »nde-
legitimi die ursprünglichen Arten, im ersten Falle, wenn ein ge-
wissermassen formgerechteS Testament da ist, gegen den Jntestat-
Erben und jeden Dritten, im andern Falle, wenn kein Testament
da ist, gegen den etwaigen Oeeupanten.
3) Weiter gebtldet fey die b. p. alS Institut ber juris-
dictio voluntaria. Um nämlich den Oeeupanten auszuschließen,
und andererseits das Erbwesen vollkommener und sicherer zu
machen, habe der Prätor jedem cognatus und den Eheleute»
b. p. versprochen. Die b. p. der jurisdictio contentiosa
sey durch ein Deeret pro tribunali, die andere de plano er-
theilt worden, jene das natürliche und ursprüngliche Institut,
diese die künstliche Erweiterung (juris civilis supplendi
causa recepta). Die Erweiterung aber sey immer noch natür-
lich erschienen, weil dadurch in NiemandenS Rechte einge-
griffen wurde.
4) Allmählig habe auch der Civil-Erbe, ohne durch ein
eontradiciorischeS Verhältniß gezwungen zu fcyn, die b. p.
erlangen lönnen, welche dann äe plano errheilt worden fey,
und nicht nur gleich eine Erbantretung enthalte«, sondern

% ’

i

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer