Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

Gesetzgebung mit einigen allgemeinen Bemerkungen re. 367
deS Interdikts hcrvortrclen, wie wir auch in der Praxis
kennen zu lernen vielfach Gelegenheit gehabt haben.
ES ist ein Leichtes, über alles dieses wegzusehen, und
von kurzer Hand die einjährige Verjährung der Besitzklagen
zu statuiren; allein wenn wie in der neuen badischen Prozeß,
ordnung die Besitzklage an sich auf gewissen juristischen Qua-
lificationen gegründet ist, auf Titel, verjährte Ausübung u.
f. w.; wenn unter solchen Umständen die rei persecutio vor
Augen steht, so ist eS sonderbar, die einjährige Verjährung
schlechthin anzunehmcn, wenn man nicht den Zweck hat,
possessorische Prozesse möglichst zu ersticken. ES dürfte über-
haupt ein Leichtes ftyn, zu zeigen, daß das Mißverständniß
der römischen Lehre vom Besitz nach badischen Rechten ei-
gentlich dieser Lehre ihre wahre und ganze Bedeutung ge-
nommen har. — Im Uebrigen muß Jedermann anerkennen,
daß auf der Grundlage deS Landrechts die Verfasser deS
ProzeßgefttzbucheS zu gebunden waren, als daß sie die besse-
ren Grundsätze der neueren Schriften, und Lehren hätten be-
nützen können. UnS aber ist es Aufgabe, in solchen und
ähnlichen Punkten die Praktiker auf Alles aufmerksam zu
machen, weil sie erst so und keineswegs durch den Buchsta-
ben des Gesetzes ihr Recht zu würdigen wissen.

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