Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

Vom Vertragssysteme deS jetzigen gemeinen deutschen Rechts. 851
f>) Ein Venraq zum Besten eines Dritten soll gültig
scyn, wenn die Leistung an den Dritten eine Gcgcnprästation
ist, was auch bei der Schenkung sub modo vorkömmt, je-
doch must der Dritte erklären, daß er gesonnen scy, von dem
Vertrag Gebrauch zu machen.
7) Endlich ist fast die ganze Lehre voU den Obligatio-
nen ans erlaubten Handlungen unter den Standpunkt der
Verträge gebracht — freilich sehr lückenhaft alö Quasi-
Contract, und man steht auch hierin besonders mit Rücksicht
auf die Lehre von der Aufdebung der Obligationen, wie un-
befriedigend das römische Recht, welches doch die einzige
Grundlage des französischen Systems bildet, aufgefaßt ist.
«) In Hinsicht auf die einzelnen Verträge stnd außer
dem Heirathsvertrage die benannten Eonsensual- und Real-
vertrage des römischen Rechts dargcstcllt.
0) WaS aber das Wichtigste ist, der Gedankengang muß
genau erkannt seyn, um dies System zu begreifen, obgleich
die Verfertiger des (lode selbst nur von Pot hi er fortge-
zogcn wurden. Man dachte stch das ganze Reich der Ver-
träge in dem Unterschiede der benannten und unbenannten ,i4),
wollte aber alle in Form und Wirkung glcichhalten: wesent-
liche Voraussetzung war allein der freie eonsensus pnr-
tium weshalb der Jrrlhum in essentialibus vernichtet,
Zwang und Betrug jedoch nur in einer kurzen Verjährungs-
zeit den Vertrag rescindiren machten. Unter dem Capitel
des Beweises der Verbindlichkeiten und Liberationen kömmt
die Lehre, daß durch Urkunden und nicht durch Zeugen und
nur ausnahmsweise durch Eid bewiesen werden soll. Jetzt
ist angeführt, wie eine den Vertrag beweisende Urkunde be-
schaffen sein muß, und hier wird auf die Bilateral- und Nni-
lateralvertkäge das Weitere gesetzt. Also a n fi ch hängt die
Perfection der Verträge nicht von der Errichtung der Urkun-
den ab, aber da daS Hauptverfahren im Prozesse nur durch
Urkunden geführt werden kann, so ist eine klagbare Ver-
iragSobliKLtio indirekt, immerhin nur mit der Errichtung der
Urkunde perfect. Freilich darf man diese Wirkung weiter nicht
auSdchne«, und nicht ab initio das Imperfecte annehme«,

154) Art «i07.

17»

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