Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

14*2 lieber Skudmm und Anwendung des badischen LandrechtS.
wenn der Mandatar selbst auf Exoncrirnng klagt, so ist jene
sogenannte Argumentation fast unglaublich.
Dabin führt dic BuchstabcujuriSprudenz derjenigen, die
ein denlschgeschriebeneS modernes Gesetzbuch nicht wie Juri-
sten, sondern wie Grammatiker und Sophisten in die Hand
nehmen, und dies ist allerdings ein von Savigny richtig
angcdcnteter Nachthcil in leider reichen Erscheinungen de-
praktischen Lebens.
Aber dies ist noch der geringere Schaden. Die Suffi,
sance, welche durch diese ohne Grundlage stattsindende
rasonnirende Behandlung entsteht, die bei dem Drange prae-
rischer Arbeit schnell bereite Aufstellung der Entscheidungs-
gründe und das Hinwegsehcn über solche, welche die Sache
einer tieferen Beobachtung werth halten — dies ist der Scha-
den, der wie ein Krebs das körperliche so alles, geistigk
Leben tobtet.
Wer kann bei einem ° solchen Gebrauche deS RechtS-
buchstabenS, z. B. daraufkommcn, daß ein Gedanke dahinter-
liegt, wenn dicRömer von einem generaley\A\cuim fprcdbc«?
Und gerade bei der Geschäftsführung und was damit zu-
sammcnhängt, Tutel u. s w. ist es wesentlich, einzuschen,
daß Anspruch und Gegenanspruch in dem Zwecke deS ganzen
Geschäftes betrachtet werden müssen, um zu finden, ob
die Geschäftsführung in den gehörigen Grenzen vorgenöm-
mc» ist 3).
So ist uns der Fall vorgekommen, daß Jemand a«s
der Geschäftsführung gegen den GcschäftSherrn klage» will,
und fich darauf beruft, ein einzelner Posten überschreite die
Grenzen deS in einer bestimmten Summe für das ganze Ge-
schäft gestellten Mandats nicht, während noch viele andre
Federungen, bei der Ausführung des Geschäfts, uebe» der
eingeklagtcn entstanden find. Und diese Meinung faad Bil-
ligung , weil man die Natur deS generali« judicii nicht
verstand. ES find dies aber keine römischen Pedanterie«,
wie wegwerfend der sogenannte Kenner der Praxis sagt, son-
dern cS ist dies wie die Franzosen sagen: ln raison ecrite.

3) Die so wichtige I. 38. pr.v. 17. S.

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