Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

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Savigny'S Panbecten.

eine Zusammenstellung des bestehenden Civilrechts, aber durch-
aus von Theoretikern wollen, was natürlich auch Geschäfts-
leute seyn können, und so verlangen, daß möglichst weniges
am gemeinen und bestehenden, namentlich am römischen Rechte
abgeändert sey 4 5).
Wie unfreundlich begegnet uns der im Ganzen nicht un-
praktisch aufgestellte Code civil, daß er sich in scheinbar klei-
nen Punkten nach neuen Begriffen bewegt, und dadurch so
vielfach von gewöhnlichen und nützlichen Ansichten ohne guten
Grund abweicht!
§. 2.
In Savigny'S Werk lebt des berühmten Denkers ju-
ristische Individualität. Alles geht von seinem Buche über
den Beruf re. aus, und der ganze erste Band ist nur ein
Commentar dazu: das Buch über den Beruf, hat auch die
geistreichsten Schüler Savigny'S geweckt.
Was e r vom Volke und Staate sagt, es ist auf der Grund- -
läge des gedachten Buches philosophirt. Wenn wir auch andre
Sätze entgegenstellen, wenn wir sagen, Volk und Sprache lasse
sich leicht nebeneinander ansehen *), aber nur Staat und Recht
neben einander denken, wenn wir unter dem Staate die Re-
präsentation der öffentlichen Macht begreifen, die wohl oft auch
auf das Volk zurückführt, aber doch nicht so, als wären Sprache
und Recht die Heiden Füße desselben Leibes; wenn wir viel-
mehr aus dem Staate als allgemeinsten Rechtssubjekte das
Recht kraft Gesetzes ableiten, welches aber positiv und endlich
ist, während das Leben und die Wissenschaft das Ergänzende
und Vervollständigende bildet, wenn wir sohin auf die lege«
et mores der Römer, und in jeder Volksgeschichte verweisen

4) Doch gibt es auch Lehren, welche aus modernen Grund,
sähen gebildet werden müssen, z. B- die ganze Kehre von
der Ehe und von der Ehescheidung schon wegen des Kir-
chenthums, denn im römischen Rechte sind überall noch die
alten heidnischen Ansichten.
5) DaS Volk lebt in seiner Srache und Nation all itera-
tur — nicht weiter: alle Democrate» wurzeln in dem
Gefühle der Nationalliteratur. Wir könnten Männer an-
führen in gleichen Gesinnungen, wenn auch nicht mit freier
ungekünstelter Ueberlegung.

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