Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

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Don der bonorum possessio secundum tabulas.
VI. Die b. p. sec. (ab. wurde dereinst auch einem
Postumus alienus gegeben "), — in welcher Art wissen
wir freilich nicht recht, weil das Civilrecht nur unter Formen
ein fetze» ließ; aber Justinian hob das Civilrecht hier auf,
^nd unterdrückte daher diese bonorum possessio wenigstens
theilwcife, wie in der Note gezeigt ist
Da inan nun schon seit den Glossatoren her nicht histo-
rijch verfuhr, nicht das Untergegangene, z. B. IV. VI. von
dem noch bestehenden unterschied, kam die ganze Lehre in Ber-
yll, und damit hauptsächlich der Standpunkt, wornach man
dm Zusammenwirkung der b. pio contra und secundum ta-
bulas int Notherbenrechte übersah, zu welchem Zwecke haupt-
sächlich diese Abhandlung geschrieben ist. — Es thut indessen
Nichts zur Sache, wenn in den bezeichnten Fällen die b. pio
a" sich nur eine provisorische Maasregel war, weil der besser
Berechtigte durch sie nicht ausgeschlossen war, soferne er nur
überhaupt zur rechten Zeit sein Erbrecht geltend machte. —
§. 10.
Nur ein Punkt ist nicht zu übersehen. Wo der Prätor
die b. p. gegen Cantionen gab, war das Recht des dagegen
Bctheiligten durch die Caution gedeckt, nur hatte der Prätor
das Princip des Civilrechts geändert, wornach der Erbberech-
ilgte erst berechtigt war, wenn er den Eintritt der Bedingung
erlebt hatte. Darauf kam es nun bei der b. pio an sich nicht
pr. J. de bon. poss.
25) Justinian scheint den postumus da- Fideicommißrecht ge-
geben zu haben, und nicht bloß denen, qui moriente tes-
tatore in utero erant §. 25 — 2S Inst. 2. 20. aber zu
Erben können diese postumi nicht eingesetzt werden. Nur
ein postumus, qui in utero ejus est, quae jure nostro uxor
esse non potest kann zum Erben eingesetzt werden. Müh-
lenbruch zu Glück XXXIX Bd. S. 4i6. ff. Allein es
iü kein Zweifel, daß jetzt im fideicommissarischen Wege —.
auch stillschweigend — postumi extranei d. h. postumi ei-
tles solchen/ der gar niemals als suus angesehen werden
kann/ eingesetzt werden können.
Auf diese Weise ist also auf eine indirecte Weise die
Einsetzung der postumi extranei möglich.
Am beßten ist uns dieses durch einen eigenen deutschrecht-
lichen anschaulich geworden.

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