Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

168 Die neue Vorstellung, daß bei d. Hypothek d. verpfändete Gut re.
hier schon in der Form sehr bestimmt: obligo tibi omnia,
quae habe«, ac si res specialiter essent obligatae3):
daraus folgt, daß die Natur des dinglichen Rechtes erhalten
ist, d. h. es gibt kein besonderes Obligationenverhältniß für
den Verpfänder, sondern es entsteht nur das Recht für den
Gläubiger, an jede einzelne Sache sich zu halten, welche im
Vermögen des Verpfänders zur Zeit der Verpfändung sich be-
findet. Als es durch die I. 9. Cod. 8. 17. Rechtens wurde,
daß auch die künftigen Erwerbungen dem Pfandrechte unterwor-
fen seyn sollen, so war cs dennoch wieder so, wie wenn jede
einzelne Sache verpfändet worden wäre; und so versteht es sich,
daß das Pfandrecht im Effecte nichts andres ist, als ein ding-
liches Recht an den einzelnen Objecten des Vermögens des
Verpfänders.
§. 7.
Das Pfandrecht selbst hat auch keinen andern Stanvpunkt
als den der eventuellen Veräußerung. Die Veräußerung
selbst aber erfolgt:
a) bei körperlichen Sachen jure traditionis,
b) bei unkörperlichen Sachen und resp. Federungen jure
cessionis.
So entsteht auch das Pfandrecht, nur daß in der ersten
Beziehung die Tradition nicht überall erfoderlich ist, sondern
auch die bloße Anweisung des Pfandobjects genügt (Hypothek).
Bei der Verpfändung der Kapitalien aber ist dieselbe nichts
andres als eine eventuelle Cession.
Schon daraus zeigt es sich, daß das Pfandrecht auch am
ganzen Vermögen nichts andres ist, als die Hinweisung aus
einzelne Objecte des Vermögens, die mit ihrer Substanz für
die principale obligatio haften müssen.
§. 8.
Wäre dasjenige wahr, was unsre Gegner behaupten, ft
müßten sie für das Pfandrecht ein eignes genus jurium au-
nehmen, d. h. da es keine dingliche Recht gibt, sondern nur
Obligationen, da aber die Klagen aus diesen Obligationen
dinglich sind, so müßte man das Obligationenrecht eintheilen

2) Roßhirt, Zeitschrift I. Bd. S. 13.

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