Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

162 Einige Nachträge zu früheren Arbeiten in dieser Zeitschrift.
a) bei der dos und societas wegen der Lebensgemein-
schaft der Becheiligten,
b) bei der tuteia, weil der tutor Vormund werden muß.
Zn concreto nämlich ist die diligentia aufzufassen, wenn
der Betheiligte nicht nach dem Bilde eines homo frugi, einer
Art von Idee, sondern nach seiner eigenen Individualität be-
messen wird. —

IX.
Conventionalstrase. Handgeld.
I. Die Conventionalstrase paßte nur in das System des
certi der alten Obligationen. Dadurch sollte vermittelt werden
a) das Interesse bei der obligatio faciendi,
b) das Interesse der Zeit oder des Orts.
Zm ersten Falle hat die Conventionalstrase den Zweck,
statt der aestimatio des incertum dasselbe alternative zum
certum zu machen: oft aber sollte neben der Conventionalstrase
noch das Interesse gefodert werden können, und ob der eine
oder andere Standpunkt enscheide, ist eine quaestio facti.
Im andren Falle versteht sich von selbst daß die aesti-
matio der oblig. »och nebenbei verlangt wird.
Heutzutage, wo die stipulatio und das certum ohne Be-
deutung ist, und unsrem Leben nicht zusagt, fällt der Begriff
der Conventionalstrase von selbst weg, obgleich man sich dessel-
ben bedienen mag. Das natürliche Verhältniß des Interesse
bildet überall den Standpunkt puristischer Verhandlung, und die
Künstliche Voraussicht der Conventionalstrase paßt in der That
gar nicht zu dem deutschen Karakter.
II. Wird bei einem Vertrage auf Vorbereitung, z. B-
daß man etwas verkaufen wolle, eine arrha gegeben, so bildet
sie das Interesse für den versprochenen Hauptvertrag, und heißt
im Sinne der neueren arrha pacto imperfecta data: ist aber
bei einem vollendeten Vertrage, z. B. einem Kaufe eine arrha
ausgesetzt, so heißt sie pacto perfecto data, ist nur ein Be-
weis für die Perfektion und wird in die Leistung eingerechnet.
Wäre aber bei dem pactum perfectum noch das pactu«»
comtnissorium beigefügt, dann kann sich der Becheiligte auf

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