Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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Beylage XIX. 
Durchlauchtigster Herzog, 
gnädigster Fürst und Herr! 
Aus welchen Gründen Euer Herzogl. Durchlaucht 
eine höchste Ungnade auf mich geworfen haben, weiß ich 
mir zwar bis jetzt so wenig zu entwickeln, als warum mir 
meine Privat-Briefschaften theils versiegelt, theils weg¬ 
genommen worden sind. Ich bin mir keines Verbrechens 
bewußt, und habe eben daher als ein treuer Unterthan die 
commissarische Versieglung meiner Papiere ohne Wider¬ 
rede geschehen lassen, ja ich habe mit, der größten Bereit¬ 
willigkeit, wie die höchste Commission selbst bezeugen wird, 
alle Papiere ausgehändiget. 
Euer Herzogl. Durchlaucht werden mir aber 
gnädigst erlauben, daß ich unterthänigst anfrage, welches 
Verbrechen ich begangen haben soll, damit ich meine Ver¬ 
theidigung vorbringen, und diejenigen übeln Eindrücke dadurch 
beseitigen darf, welche vielleicht eine unbekannte Beschuldi¬ 
gung wider mich bey Höchstdenenselben gemacht hat. 
Meine litterarischen Arbeiten und Verhältnisse sind 
alle von der Art, daß ich sie der strengsten richterlichen Un¬ 
tersuchung unterwerfen darf, ich zaͤhle die Ruhe im Staate 
zu den ersten Grundpfeilern desselben, finde in ihr meine 
eigene Sicherheit und die zu den Akten gegebenen Zeitungs¬ 
Blätter beweisen klar, welche tiefe Ehrfurcht ich gegen die 
hiesige Regierung hege, und wie ich sogar auswärtige 
Schriftsteller zu gleichem Gefühle entflamme. Aber diejeni¬ 
gen Scripturen, welche mein Privatleben und meine Fa¬ 
milien-Verhältnisse betreffen, können ganz gewiß kein Ge¬ 
gen= 
Ootaisen 
ropäisc
	        
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