Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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Philipp. Als Sinn des Wahren und des Schö= 
nen, welcher von dem Talente des Künstlers und des Ph= 
losophen nur dadurch unterschieden ist, daß jenes nich 
wie dieses producirt. 
Eduard. Treflich! du setzest also den Mann as 
produktiv, das Weib als receptiv. Wig wirst du as 
das Produktive von dem Receptiven unterscheiden? 
Philipp. Durch die Richtung blos. Das Produ= 
tive projicirt nach aussen, das Receptive wendet sich in 
Inere, so wie verhaltner Grimm nach innen witet, Zu 
aber, der heraustritt, Aeusseres zerstört. 
Eduard. Wenn wir dir weiter folgen, so schein 
sich der Gegensaßz von Freyheit und Nothwendigkeit 
Weibe und im Manne wenig zu rechtfertigen. Dem l 
denschaft ist geich unfey, se kehre sch nach aussen u. 
innen. 
Philipp. Ich sehe es wohl, aber ich kann mi 
anders. Auch gilt mir alles gleich, was resultire; win 
es nur wahr ist. Weiber waren Prophetinen bey ei= 
Völkerstämmen. Was nennst du aber Geist der Weisgu= 
Ehuard. Der Geist der Prophezeyhung ist nal 
bistorisch. Nur Weltgeschicke sieht mein Geist voran, 
sagt Jeane d'Ark bey Schille. 
Philipp. Und die Germanen glaubten, es wohr 
in den Weibern etwas Götliches. Velleda leitete so lang 
die Stämme germanischer Barbaren. 
Ehuard. Laß einmal sehen, ob wir durch Methode 
ein Resultat gewinnen. Die sich durchkreuzenden Reben 
bringen wohl Vieles bey, doch immer verfehlen sie das 
Eine, 
Sraen
	        
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