Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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Eduard. Richtig 
Diese werden unsern Stand | | 
punkt als einen relativen verachten, indeß sie doch selbst 
durch ein wirkliches Uebel ihrer Natur voller Eitelkeit sind. 
lassen wir sie einstweilen im Dünkel ihrer Weisheit Phra¬ 
sen reden, und Ideen zusammenstoppeln, denen ihre ei¬ 
gene Natur fremd ist. Es wird noch Gelegenheit geben, 
von jener Ansicht zu sprechen; hat ja doch, wie Theobald 
sigt, jedes Wort Wahrheit. 
III. 
Herbert. 
Hier, geb ich den Faust euch zurück, 
den ihr mir als das Meisterwerk deutscher Poesie ange¬ 
priesen habt. Ich verstehe euch nun; eure Worte sind, 
wie die Worte der Dichter, schön klingende Phrasen; nur 
Wahrheit muß man nicht darinn suchen. 
Heinrich und Philipp. Wie? von welchen Wor¬ 
ten sprichst du? 
Herbert. Von den eurigen. Habt ihr mir nicht 
gsagt, daß Göthe's Faust die Krone teutscher Poesie, 
und daß überhaupt in der Poesie der höchste Ernst, die 
lefste Wahrheit sey? 
Heinrich und Philipp. Und hast du es denn 
nicht so gefunden? 
Herbert. Ihr faselt, wie so viele unsrer Zeitge¬ 
sassen. Jn der Dichtkunst soll ich die Wahrheit suchen? 
in der Herenküche Ernst, und in Auerbachs Keller etwa 
gar Moral? Man sieht, ihr kennt den Ernst nicht. Jhr 
habt nie Akten durchgelesen, und nie die Commentare der 
Juristen nachgeschlagen. 
Heinrich und Philipp. Das entbehren wir nun 
seylich; aber möchte es dir nicht gefallen, dich näher zu 
eklären. Wir ehren dein Richteramt, und kennen deinen 
edlen 
Ogstaksen 
ropäi 
Re
	        
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