Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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absoluter Gesundheit, welche nichts ist, als Leben, ist nicht 
mehr die Rede, nachdem die Erde die Stellung ihrer Achse 
verändert hat. Für die besondern Gestalten der Schief 
des Organismus, oder für die Krankheit, die sich in be 
sonderer Form ausgebildet hat, sind besondere Verhältniss 
der todten Natur aufzusuchen, welche Heilmittel heißen, 
und in den Organismus aufgenommen, in diesem das e 
lative Gleichgewicht wieder herstellen. Dazu ist nöthig 
einmal eine genaue Erkenntniß der Systeme des thien 
schen Organismus und ihrer Verhältnisse unter sich, dan 
eine Naturgeschichte der Erde, welche tief in ihr Innere 
dringt, und die uns zugänglichen Qualitäten derselbe 
entwickelt. Daraus wird sich durch Beziehung einze 
ner Erdqualitäten auf einzelne Systeme des thierische 
Organismus eine Arzneymittellehre und Therapie finde 
lassen, wie sie der Arzt noch vermißt. 
Philipp. Die Pathologie scheinst du vorausu 
setzen. 
Eduard. Allerdings, in soferne eine Physiolog 
vorhanden ist, wie ich sie gefordert habe. — Nun ab 
brechen wir ab. Unsere Untersuchung über Freyheit um 
Nothwendigkeit hat durch Theobalds Theilnahme einen tref 
lichen Vorschritt gewonnen, aber sie ist bey weitem na 
nicht geendigt. 
Heinrich. 
Theobalds Ansicht möchte vielleicht, 
trefflich sie mir auch scheint, doch von manchem vorneh 
als eine relative getadelt werden. 
Eduard. Wie meinst du dies? ich wäre begierig, 
Heinrich. Die, welche vornehm philosophiren 
würden ihm sagen, daß man nicht ein Uebel setzen, so 
dern den Standpunkt ergreifen müsse, von welchem au 
gesehen das Uebel kein Uebel ist. 
Edn=
	        
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