Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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Philipp. Also würdest du jenseits deiner Elemente 
nur vom Göttlichen reden, und es wäre keine Idee, welche 
das Spiel jener Elemente vermittelte? 
Eduard. Allerdings ist eine solche, und sie heißt 
Leben, absolutes Leben nämlich, von welchem das Leben 
in physiologischer Bedeutung nur eine einseitige Potenz ist. 
Heinrich. Du erinnerst mich an den lebendigen 
Gott des Jehovahkultus. 
Philipp. Du setzest also Gott und absolutes Leben 
und dann die Elemente des Zeitlichen und Räumlichen, 
deren lebendiges Wechselspiel du als Weltgeschichte und Na¬ 
turwissenschaft zweyseitig entwickelst? 
Eduard. Du sprichst meinen Sinn vollständig aus 
wenn du noch hinzusetzest, daß die Methode dieser zwey¬ 
fachen Entwicklung die Mathematik selbst sey. 
Heinrich. Wie würdest du aber dem zweyten Kan¬ 
tischen Worte begegnen, welches behauptet, daß für die 
Mathematik der Gegenstand gänzlich durch den Begriff ge= 
setzt sey, für die andern Wissenschaften aber nicht? 
Eduard. Ich würde in einem Beyspiele fragen, 
ob denn durch die Cohäsion der cohärirenden Körper etwas 
anderes gesetzt sey, als durch den Begriff der Cohäsion ge= 
setzt ist? 
Heinrich. Und man würde dir antworten, daß al¬ 
lerdings jene Bestimmungen des Festen und Flüssigen 
Harten und Weichen rc. die du selbst als Bestimmungen 
der Cohäsion anerkennst, durch den bloßen Begriff nicht 
gesetzt seyen. 
Eduard. Warum denn nicht? Sind sie denn nicht 
alle blosses plus und minus des negativen und positiven 
Fak¬ 
Potelser
	        
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